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Schach
Einmal war selbst der Großmeister matt

Schach: Einmal war selbst der Großmeister matt
Mit zunehmender Spieldauer wurden die Mienen der Herausforderer immer konzentrierter. Doch Großmeister Vlastimil Hort (am Zug) kassierte in 30 Partien nur eine Niederlage - und zwar gegen den Gelderner Neuzugang Erik Hartz. FOTO: Thomas Binn
Geldern. 29 Siege, eine Niederlage: Schach-Genie Vlastimil Hort stellte sich in den "Lindenstuben" seinen Gegnern simultan und plauderte aus dem Nähkästchen. Die "Geburtstagsfeier" der Abteilung des TTC Geldern-Veert war ein voller Erfolg. Von Patrick Deckers

30 Schachspieler aus Geldern und Umgebung kamen am Sonntag in den Genuss einer Partie, die sie garantiert so schnell nicht vergessen werden. Der dreimalige deutsche Meister Vlastimil Hort forderte sie alle zeitgleich heraus und zeigte dabei sein außergewöhnliches Können am Brett.

"Ich bin gespannt auf die Spielzüge des Großmeisters und möchte gerne etwas lernen", sagte Thorsten Kujat vom Gastgeber TTC BW Geldern-Veert, der den prominenten Schach-Experten aus Köln anlässlich des zehnjährigen Bestehens seiner Abteilung eingeladen hatte. "Ob ich heute vielleicht sogar gewinnen kann ? Man weiß ja nie", verkündete der 37-jährige mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Zuschauer und Herausforderer waren fasziniert, wie Vlastimil Hort von einem Tisch zum anderen wanderte, seine Spielzüge in kürzester Zeit ausführte und trotzdem immer wieder einen lockeren Spruch auf den Lippen hatte. "Ihr spielt wirklich gut", meinte der Großmeister zwischendurch anerkennend und sorgte für glückliche Gesichter.

Trotz der lockeren Atmosphäre wurden die Mienen mit zunehmender Spieldauer immer konzentrierter. Der Ehrgeiz, es dem Schach-Genie auf der anderen Seite so schwer wie möglich zu machen, hatte offensichtlich alle Denksportler gepackt. Doch der Großmeister, der vor wenigen Tagen 72 Jahre alt geworden ist, ließ sich nicht beirren und setzte einen Kontrahenten nach dem anderen matt. Mit nur einer Ausnahme. Zum glücklichen Gewinner und damit Mann des Tages avancierte Erik Hartz, der bereits für Turm Krefeld in der Regionalliga im Einsatz war und in der nächsten Saison die erste Mannschaft des Schachclubs BW Geldern-Veert in die Bezirksliga führen soll. Seine Fähigkeiten am Brett hat er an diesem Nachmittag einmal mehr beeindruckend unter Beweis gestellt.

Bei den übrigen Herausforderern konnte von Enttäuschung keine Rede sein. Sie nutzten anschließend die einmalige Gelegenheit, einem waschechten Großmeister Fragen zu stellen und sich wertvolle Tipps geben zu lassen. Vlastimil Hort nahm sich viel Zeit und erzählte spannende und unterhaltsame Anekdoten aus seiner beeindruckenden Schachkarriere.

Auch für den Vorsitzenden des TTC Geldern-Veert war die Jubiläumsfeier ein voller Erfolg. "Das war echte Werbung für den Sport. Wir wollten unseren Mitgliedern und den Schachfreunden aus der Region einen Höhepunkt bieten. Und das ist uns gelungen", sagte Eugen Brück. Positiver Nebeneffekt für das Geburtstagskind: Noch an Ort und Stelle entschlossen sich mehrere Denksportler zu einer Mitgliedschaft im TTC Geldern-Veert und lassen damit ab sofort ihre Köpfe in der Gemeinschaft rauchen.

Quelle: RP
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