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Handball
Grevens Wurfmaschine zündet zwölf Mal

Aldekerk. Handball-Oberliga Männer: Die Handballer des TV Aldekerk lagen gegen die SG OSC Wölfe Rheinhausen nahezu während des gesamten Spiels in Führung. Trotzdem blieb es spannend. Der ATV gewann schließlich mit 34:29 (18:13). Von Reinhard Pösel

Einen wunderbaren Handballabend erlebten die gut 400 Zuschauer am Samstagabend in der Vogteihalle. Zur Aufführung kam das ewig junge Niederrheinduell zwischen dem TV Aldekerk und der SG OSC Wölfe Rheinhausen, in dem es nach einigen Jahren endlich mal wieder um Meisterschaftspunkte ging. "Mit den Wölfen kommt eine sehr gute Oberliga-Mannschaft, deren Verantwortliche ganz gerne auf Understatement machen", hatte ATV-Coach Achim Schürmann vor der Begegnung gesagt. Seine Worte sollten gleichzeitig Warnung an seine Spieler sein, den Gegner nicht zu unterschätzen.

Schürmanns Worte fielen auf fruchtbaren Boden. Nachdem die Aldekerker Abwehr in den Anfangsminuten bei Würfen aus dem Rückraum noch mit Samthandschuhen zu Werke gingen, so war es mit der Freundlichkeit kurze Zeit später allerdings vorbei. Die Aldekerker Abwehr, deren Außenflanken zu Beginn des Spiels die erfahrenen Tobias Dickel und Fabian Schneider besetzten, rückte immer kompakter zusammen. Sie bildete ein nur schwer überwindbares Bollwerk, in dem Jonas Mumme als Abwehrchef im Verbund mit seinen Mitspielern eine starke Leistung ablieferte. Florian Lindenau dahinter war ein aufmerksamer Keeper, der einige Würfe gut antizipierte.

All das bildete die Grundlage dafür, dass der ATV nach sieben Minuten beim Spielstand von 4:3 ein erstes Mal in Führung ging, und diese dann nicht mehr abgab. Zu diesem Zeitpunkt deutete sich bereits an, dass Can Greven für sich und seine Mannschaft den Freiraum ausnutzte, der ihm durch die Zuwendung der OSC-Abwehr seinem Mitspieler Thomas Jentjens gegenüber zuwuchs. Bis auf wenige Ausnahmen schlugen Grevens Würfe knallhart im gegnerischen Kasten ein. Am Ende sollte der Aldekerker "Halblinke" die Kugel zwölf Mal untergebracht haben. Ihm dicht auf den Fersen war Kreisläufer Mumme, der von der OSC-Abwehr kaum in den Griff zu bekommen war. Entweder versenkte er die Kugel aus sechs Metern Entfernung selber - oder aber nahm den Umweg über den Strafwurf. Dagegen kam OSC-Kreisläufer Christian Mergner auch durch Mummes Mithilfe kaum zur Geltung.

Mit Fabian Schneider gab es noch einen dritten Spieler, der aus der Aldekerker Mannschaft herausragte. Der ATV-Linksaußen hatte zu den glanzvollen OSC-Zeiten der jüngeren Vergangenheit das Trikot der Duisburger getragen und stand damals gemeinsam mit Jens Bothe auf der Platte, der nach der Pause Matthias Broy im OSC-Kasten ablöste. Mit Bothe schien Schneider ein Privatduell austragen zu wollen, das unter dem Strich unentschieden ausging. Dabei allerdings kamen die Zuschauer in den Genuss von zwei spektakulären Strafwürfen, die Schneider mit soviel Drall versah, dass man im ersten Moment den Ball weit am Tor vorbeihüpfen sah.

Bei alledem konnten die ATV-Anhänger großzügig darüber hinwegsehen, dass die ATV-Spieler viele freie Bälle vergaben. Dass dadurch bis zum Schlusspfiff nichts anbrannte, lag auch daran, dass den Duisburgern bei ihrer Aufholjagd des teilweise bis auf sieben Tore angewachsenen Rückstandes in der entscheidenden Phase die Konzentration beim Torabschluss verloren ging. Der Rest, der dann noch zu machen war, um den 34:29 (18:13)-Erfolg in den sicheren Hafen zu bringen, erledigte ATV-Keeper Christian Thommessen. Er kam 20 Minuten vor dem Spielende ins Aldekerker Tor und zeigte in der restlichen Spielzeit noch einige gute Reaktionen.

Quelle: RP
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