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Issum
Verluste: Issumer Rat beschließt Sparmaßnahmen für Wasserwerk

Issum. Das Issumer Wasserwerk schreibt rote Zahlen. Jetzt soll an Kosten für Instandhaltung und Erweiterungen gespart werden. Zwei andere Lösungsansätze lehnte der Rat ab. Von Bianca Mokwa

Zu einer sehr hitzigen Debatte in der Issumer Ratssitzung führte das negative Jahresergebnis des Issumer Wasserwerks. Die Ausgangslage: "Wir machen 100.000 Euro Miese im Jahr", fasst es Theo Lehmkuhl von der SPD zusammen.

Drei Lösungsmöglichkeiten wurden genannt. Erstens: Wasserpreiserhöhung um zehn Cent pro Kubikmeter. Zweitens: Die jährlichen Ausgaben für Instandhaltungs- und Erweiterungsmaßnahmen deckeln (die sind mit 300.000 Euro im Jahr ein großer Brocken). Die dritte Lösung wäre, Gespräche mit Gelsenwasser zu führen, um eine gemeinsame Gesellschaft zu gründen.

Dieser Vorschlag fand allerdings wenig Zustimmung und wurde kontrovers diskutiert, auch innerhalb der Fraktionen. "Warum müssen wir Gespräche führen, sind wir so notleidend?", fragte Lehmkuhl. "Wenn wir anfangen, Gespräche zu führen, zeigen wir doch, dass wir verkaufen wollen."

Diese Ansicht fand Udo Klingen von der CDU "Humbug": "Warum sollten wir uns nicht schlaumachen? Was denken die über das Netz und über das Wasserwerk, wo sind wir positioniert."

Hans Paulini (SPD) erinnerte daran, dass es schon einmal Gespräche mit Gelsenwasser gegeben habe, und stellt klar, dass es das Ziel sei, das Wasserwerk zu erhalten. Bürgermeister Clemens Brüx stellt seinerseits klar, dass es nicht um einen Verkauf gehe, sondern um die Gründung einer Gesellschaft, in der die Gemeinde Issum die Mehrheit behalten würde. Mit 13 zu 12 Stimmen und einer Enthaltung ist der Vorschlag zu den Gesprächen aber vom Tisch.

Noch klarer fällt das Ergebnis zu einer Wasserpreiserhöhung aus. "Wir sind alle den Bürgern verpflichtet, den möglichst günstigsten Wasserpreis zu bieten, und sind aktuell schon an der Spitze", erklärt CDU-Mann Ralf Pottbeckers sein klares Nein. Zum Vergleich: Issums Wasser kostet pro Kubikmeter 1,91 Euro, Gelderns Stadtwerke-Wasser kostet 1,61 Euro. Bürgermeister Brüx relativiert. "Wir sind nicht verpflichtet, den günstigsten Wasserpreis zu bieten, sondern bestmögliche Wasserqualität." Die einzige, die für eine Preiserhöhung stimmt, ist am Ende die FDP. Sollte es zu Beginn des Jahres also eine Erhöhung auf der Wasserabrechnung geben, erklärt Alexander Alberts von der Gemeinde Issum, dann nicht wegen des vieldiskutierten Aufschlags. Der ist ebenfalls vom Tisch.

Was bleibt und entschieden wurde, ist die Reduzierung der Investitionskosten von 300.000 Euro auf 250.000 Euro. Das bringt allerdings nur 50.000 statt der nötigen 100.000 Euro Ersparnis.

Quelle: RP
 
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