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Geldern
"Vogelhändler" in der Unterführung

Geldern: "Vogelhändler" in der Unterführung
Lisa Kaltenmeier (2.v.l.) und Désirée Brodka posieren in ihren Kostümen. Applaus kommt von Patrick Tekock (Sparkasse Krefeld, l.) und Rainer Niersmann (Stadt). FOTO: kla
Geldern. Zum dritten Mal wird die Umgebung des Gelderner Bahnhofs zur Klassikbühne. Nach zwei Opern ist diesmal eine Operette an der Reihe. Gegeben wird Carl Zellers "Der Vogelhändler" im "Espressoformat" mit acht Akteuren. Von Michael Klatt

"Schenkt man sich Rosen in Tirol" und "Die Christel von der Post" - diese bekannten Walzermelodien erklingen in einer Woche auf einer ungewöhnlichen Bühne. Nach dem beeindruckenden Erfolg von Carl Maria von Webers Oper "Der Freischütz" im vergangenen Jahr und von Wolfgang Amadeus Mozarts "Zauberflöte" bei der Premiere 2015 steht den Musikfreunden aus Geldern und Umgebung eine Neuauflage der "Klassik open air" bevor. Schauplatz ist erneut die Personenunterführung neben dem Gelderner Bahnhof. Diesmal präsentieren die Sparkasse Krefeld, der Verein "Music to go" und die Stadt Geldern am Dienstag, 8. August, ab 20.30 Uhr die Operette "Der Vogelhändler" von Carl Zeller am Niersforum.

"Die Veranstaltung findet zum dritten Mal statt, ist also Tradition", sagte Rainer Niersmann vom Gelderner Kulturbüro gestern bei der Präsentation. Er hofft darauf, dass erneut 800 Zuschauer auf den Treppenstufen Platz nehmen, um sich den "tollen Kulturgenuss" zu gönnen.

Das Werk wird aufgeführt als "Operette im Espressoformat" über 90 Minuten, moderiert von der renommierten deutschen Sopranistin Désirée Brodka, die auch die Rolle der "Christel" singen wird. "Mit dem ,Vogelhändler' bin ich zum Singen gekommen", erzählt sie. Auf dem Schoß ihres Vaters habe sie als kleines Mädchen "Rosen in Tirol" geträllert. Neben Brodka, die auch die Gesamtleitung der Aufführung innehat, erleben die Freunde der Klassik Lisa Kaltenmeier (Sopran) als Kurfürstin Marie. "Wir beide kennen uns aus dem Kinderchor Krefeld", so Brodka. Weiter stehen auf der Bühne Walther G. Rösler (Tenor - Adam, der Vogelhändler), James Park (Tenor - Graf Stanislaus) und Agris Hartmanis (Bass-Bariton - Baron Weps) sowie Katharina Storck (1. Violine), Alvaro Navarro Diaz (2. Violine), Dmitry Pichugin (Viola) und Alexander Pichugin (Cello).

Gespielt wird Zellers berühmte Operette in der musikalischen Bearbeitung von Raphael D. Thöne. Désirée Brodka: "Die Aufführung ist für alle kostenlos; über freiwillige Spenden würden wir uns selbstverständlich sehr freuen." Denn dadurch sei es möglich, für diese Reihe Rücklagen zu bilden. "Wir sind immer für Kulturförderung zu haben", begründete Patrick Tekock das Engagement der Sparkasse Krefeld.

Am Gelderner Bahnhof bringen die Sänger und das Streichquartett nicht nur die beliebten "Hits" aus dem "Vogelhändler" zu Gehör. Désirée Brodka, die bereits "Die Zauberflöte" und "Der Freischütz" produzierte, wendet sich in diesem Jahr der Operette zu und ist vom Ort der Aufführung begeistert. "Die bunt beleuchtete Personenunterführung ist wie geschaffen für unser Projekt, mit dem wir die klassische Musik einem breiten Publikum nahe bringen wollen." Alle hoffen natürlich auf schönes Wetter.

Dabei, erläutert die Sängerin und Musikmanagerin weiter, dürfen die Zuschauer auch wieder gerne ihr Picknick selbst mitbringen. Dies betont auch Niersmann: "Unsere Gäste dürfen es sich auf den Treppenstufen bequem machen. Der Eintritt zu diesem musikalischen Ereignis ist frei." Désirée Brodka weiß, dass dieses Konzerterlebnis etwas für alle Generationen ist. "Mir haben junge Mütter geschrieben, dass ihre kleinen Kinder das Stück noch Monate danach nachspielen."

Quelle: RP
 
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