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Straelen
Warten auf Straelens Rewe-Markt

Straelen. Die Weichen für die Errichtung des Supermarkts am Ostwall sind gestellt. Doch die Bauarbeiten beginnen erst im nächsten Jahr. Der überarbeitete Entwurf muss noch einmal in den Rat. Kritik gibt es an den Parkplatzplänen. Von Michael Klatt

Die Weichen für den Rewe-Supermarkt am Straelener Ostwall sind im ersten Quartal 2017 gestellt worden: Im Februar sprach sich die Bewertungskommission für den Entwurf des Düsseldorfer Architekturbüros Fritschi + Stahl aus. Mitte März empfahl der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen, Bauen und Umwelt gegen die Stimmen der SPD dem Rat, das entsprechende Bauleitplanverfahren vorzubereiten. In seiner Oktober-Sitzung setzte der Stadtrat das Projekt endgültig aufs Gleis - erneut gegen die Stimmen der SPD.

Doch bis die Bagger anrücken, wird es noch dauern, wie Baudezernent Harald Purath gegenüber der RP ausführte. "In den nächsten Tagen werden der Bebauungsplan und die Änderung des Flächennutzungsplans offengelegt, so dass in der ersten Sitzung des kommenden Jahres die Satzungsbeschlüsse gefasst werden können. Danach kann eine Baugenehmigung vom Kreis erteilt werden, wenn alle notwendigen Unterlagen vollständig vom Investor eingereicht worden sind." Vorher müssten die überarbeiteten Architektenpläne aber noch einmal dem Rat vorgelegt werden. Eine Überarbeitung sei erforderlich, weil die Pläne des Wettbewerbs ja "nur" in einem Vorentwurfsstadium waren. Der Rat soll laut Purath aber vergleichen können, ob und wie groß eventuelle Abweichungen sind und ob er dies mittragen kann. "Das Büro Fritschi + Stahl arbeitet aber derzeit noch an den Plänen, so dass ich zu meinem eigenen Bedauern auch noch nicht sagen kann, wie die jetzt aussehen."

Der Baudezernent hofft, dass sich in diesem Zusammenhang auch as Thema "Stellplätze" auflösen lässt. Denn gerade darum gab und gibt es Querelen. Kritik kommt vor allem von GO/Grünen, die sich in der jüngsten Ratssitzung ebenso wie die Freien Wähler der Stimme enthielten, aber aus ihrer Enttäuschung keinen Hehl machen. "Verwaltung und Mehrheitsfraktion haben alle wichtigen Festlegungen der ursprünglichen Ausschreibung über Bord geworfen und sind auf dem Weg, die gleichen Fehler zu machen wie bei der Kauflandplanung. Nachdem gerade die Parkplatzfrage einiges an Diskussion bei den Straelenern ausgelöst hatte, finden wir es völlig unverständlich, dass genau in dieser Hinsicht die ursprünglich gute Planung wieder über den Haufen geworfen wird", so der Fraktionsvorsitzende Hans-Hermann Terkatz in einer Pressemitteilung. Die Grünen bemängeln, dass die "einst gute" Planung geändert wurde dadurch, dass im Mai auf einmal ein zusätzlicher Markt auf der Fläche ins Spiel gebracht wurde. Trotz Kritik habe die Verwaltung diese Planung weitergetrieben und die grundlegend geänderte Konzeption im Bauausschuss vorgestellt: ein weiterer Markt mit maximal 1000 Quadratmetern, kein neuer Wettbewerb, nur ein einfacher Bebauungsplan, keine weiteren Parkplätze für den neuen Markt. Damit sei das Verhältnis von Parkplätzen zu Verkaufsfläche am Ostwall wieder in genau dem Bereich, der sich bei Kaufland findet und diesen Parkplatz "zu Straelens Unfallschwerpunkt bei Blechschäden" gemacht habe. Dennoch sei diese Planung trotz heftiger Kritik von den Oppositionsfraktionen ohne weitere Debatte von der CDU-Mehrheitsfraktion durchgewunken worden.

Bürgermeister Hans-Josef Linßen kann die Kritik der Grünen nicht nachvollziehen. Es sei immer über ein zweites Bauvorhaben auf dieser Fläche gesprochen worden. "Was das genau wird, ist noch völlig offen."

Purath stellte im Rat dar, dass sich die Parksituation insgesamt verbessere. Mit rund 120 Stellplätzen unmittelbar am Supermarkt, 50 Parkplätzen am Wendehammer Soatspad sowie weiteren 70 bis 80 im hinteren Bereich des Friedhofs am Glasweg erhöhe sich die Zahl der Parkplätze in einem Radius von 500 Metern um den Markt von 1519 auf 1564.

Vielleicht, so der Dezernent gegenüber der RP, müsse er den genauen Vergleich mit Aldekerk ziehen. Dort an der B 9 wurden mit dem Bau von Edeka und Trinkgut rund 240 Parkplätze gebaut. Später kamen dm, Deichmann und das Bekleidungsgeschäft dazu, ohne dass weitere Stellplätze errichtet werden mussten, so dass dort jetzt für weit mehr als 4000 Quadratmeter Verkaufsfläche nach wie vor die ursprüngliche Anzahl zur Verfügung steht und ausreicht.

Quelle: RP
 
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