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Geldern
Wieder Tarifstreit bei Ruwel - Versammlung heute

Geldern. Belegschaft und Geschäftsführung der Firma Ruwel, Leiterplattenhersteller und wichtiger Arbeitgeber in der Region, liegen wieder miteinander im Streit um Geld und Arbeitszeit. Für heute Mittag ist eine Betriebsversammlung angesetzt. Themen sind "die aktuelle wirtschaftliche Lage" und Kritik an der Unternehmensführung: Die Gewerkschaft IG Metall wirft der Chefetage vor, sich nicht an geschlossene Verträge zu halten.

Im Frühjahr 2015 waren die Auseinandersetzungen um den Haustarifvertrag von beiden Seiten mit harten Bandagen geführt worden. Im Sommer kam es schließlich zur Einigung. Demnach sollten die Beschäftigten bis Ende 2017 schrittweise Lohnerhöhungen bekommen. Außerdem sollte die Wochenarbeitszeit verkürzt werden, in einer ersten Stufe ab Anfang 2016 um eine halbe Stunde.

Zum einen wurde die Arbeitszeitverkürzung ausgesetzt. Zum anderen möchte die Ruwel-Geschäftsführung, dass Lohnerhöhungen lediglich am Ende eines Quartals rückwirkend ausgezahlt werden sollen, und zwar auch nur dann, wenn das vergangene Quartal wirtschaftlich erfolgreich genug verlaufen ist.

Für die Gewerkschaft ist das ein Wortbruch. Ruwel-Geschäftsführer Gerard van Dierendonck widerspricht allerdings: Schon bei der Einigung 2015 sei klar gewesen, dass alle Vereinbarungen vorbehaltlich der wirtschaftlichen Entwicklung seien. Und er glaubt, dass die Mehrheit der Beschäftigten mit der Lösung auch einverstanden wäre. Ursprünglich sei der Ansatz der Geschäftsführung noch weiter gegangen, erklärt er: "Wir wollten eigentlich die ganze Erhöhungen, die vertraglich für 2016 vorgesehen waren, um ein Jahr verschieben auf 2017."

(szf)
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