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Goch
"Harlekin" mit Spülmittel und Muskelkraft gesäubert

Goch. Mitglieder des Festkomitee Gocher Karneval (RZK) säuberten den "Clown" im Kreisverkehr am Eingang zur Stadt. Von Natalja Bruck

Vier Männer, zwei große Eimer Wasser, viele Schwämme und eine Leiter, so beginnt der inoffizielle erste Karnevalstermin dieser Session. Gereinigt wurden nämlich weder Autos noch Fenster, sondern das Karnevalsmaskottchen im Kreisverkehr an der Klever Straße.

Seit 2012 grüßt der fröhlich - bunte Harlekin alle, die auf der Klever Straße nach Goch hineinfahren. Die Idee für die Figur brachte der damalige KCC-Chef Peter Toenders aus Italien mit, für den Entwurf zeigte sich Mike Theissen verantwortlich.

Nach nunmehr drei Jahren hatten Autoabgase und Wetter ihre Spuren auf dem Harlekin hinterlassen, um es klar zu sagen: Er war dreckig. Grund genug für eine ordentliche Reinigungsaktion der Gocher Karnevalsvereine.

Detlef van Bruck weiß, worauf es dabei besonders ankommt: "Der Harlekin hat eine Spezialbeschichtung gegen Graffiti, deshalb dürfen wir nur mit Spülmittel arbeiten, alle andere Reinigungsmittel sind tabu." Das ausgerechnet Samstag mit Wind und Regen nicht der ideale Tag für eine Putzaktion im Freien war, nimmt der Karnevalist mit einem Schulterzucken: "Wir mussten uns schon vor einem halben Jahr auf einen Termin einigen und dieser war der einzige, der allen Beteiligten gut gepasst hat." Und der Wind habe schließlich auch ein Gutes: "So trocknet alles schnell wieder."

Beim freundlichen Wirt der Gocher Bahnhofsgaststätte haben die Karnevalisten noch rasch einige Eimer warmen Wassers organisiert, dann durfte es auch schon losgehen. Helmut Hannen, bestens ausgerüstet mit Warnweste und Leiter, wagte sich als erster auf die Leiter um den Kopf der Skulptur zu reinigen. Dabei erwies sich jedoch rasch der aufkommende Wind als problematisch: Nicht nur die Leiter schwankte gefährlich, auch der Reinigungsschaum verteilte sich großzügig auf Ulrich Joosten, Detlef van Bruck, Helmut Hannen und Marco Vieten, die dennoch tapfer weiter schrubbten und putzten und sich dabei bemühten, nicht zu viel von dem Schaum selber abzubekommen.

"Der Harlekin hat zwar eine Spezialbeschichtung gegen Graffiti, aber wir sind trotzdem froh, dass sie bislang noch nicht auf die Probe gestellt worden ist", meint Detlef van Bruck, der den Sockel der zwei Meter hohen Skulptur schrubbt. Angesichts der grünen und braunen Verfärbungen auf dem Harlekin, die besonders auf den helleren Farben gut zu sehen sind, wird die Qualität der Spezialfarbe von den Männern jedoch gleich scherzhaft in Frage gestellt: "Bist du sicher, dass da eine Spezialfarbe drauf ist ? Von wegen Lotuseffekt!". Die Antwort darauf kommt prompt: "Es stand jedenfalls auf der Rechnung!"

Bei allen Scherzen gelang es den Männern dennoch, mit vereinten Kräfte, Spülmittel und Muskelkraft, den zwei Meter hohen Harlekin bald vom gröbsten Schmutz zu befreien.

"Der Sockel wird in der nächsten Zeit noch einmal gestrichen und sieht dann auch wieder wie neu aus", sagt Detlef van Bruck. Rechtzeitig bevor der schlimmste Regen und Sturm anfing, war die Putzaktion dann auch beendet.

Und der Harlekin strahlt in frischem Glanz weiterhin alle an, die auf der Klever Straße nach Goch fahren.

Quelle: RP
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