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Goch
Verkehrszählung ist echte Handarbeit

Goch: Verkehrszählung ist echte Handarbeit
Ungefähr drei Stunden dauert eine Zählschicht. Die Helfer notieren per Hand, wie viele und welche Fahrzeuge den Bereich passieren. FOTO: mvo
Goch. Aktuell läuft eine Verkehrszählung, die Daten darüber liefern soll, wie stark eine Strecke befahren ist. Dabei setzt Straßen.NRW auf viele Freiwillige, die sich mit Block und Stift an die Straße setzen. In Goch an der B 504. Von Sebastian Latzel

Wie stark eine Straße befahren ist, darüber gehen die Meinungen oft weit auseinander. Es geht dabei zumeist um persönliche Eindrücke, die nicht repräsentativ sind. Um genaue Daten über den Verkehrsstrom zu bekommen, werden alle fünf Jahre die Fahrzeuge gezählt. Aktuell läuft diese Aktion auch wieder in Goch. Dabei setzen die zuständige Behörden auf einen Mix aus automatischen Anlagen und manueller Erfassung. Im Klartext bedeutet das dann echte Handarbeit: An festgelegten Punkten sitzen Verkehrszähler am Straßenrand und notieren per Hand ganz genau, wie viele und welche Fahrzeuge den Bereich passieren. In Kevelaer gibt es mit 25 Zählstellen besonders viele, in Geldern sind es 20, in Weeze 12 und in Goch 18.

Jeder vorbeirauschende Wagen bekommt einen Strich in einer Liste. An stark befahrenen Strecken haben viele auch eine Art Ticker in der Hand und klicken einmal schnell für jeden Pkw. Ungefähr drei Stunden dauert eine Zählschicht mit Dauerblick auf die Straße üblicherweise. Erfasst werden für jede Fahrtrichtung jeweils separat Motorräder, Pkw und Lieferwagen, Busse, Lkw ohne Anhänger und Lastzüge sowie teilweise auch die Radler.

"Gezählt wird dabei fast ausschließlich immer an den selben Stellen wie bei der Aktion vor fünf Jahren", erläutert Angela Minke von der Behörde Straßen.NRW. Auf diese Weise sei dann eine echte Vergleichbarkeit gegeben. "So können wir sehen, wie sich die Frequenz in den einzelnen Abschnitten verändert hat", erläutert sie.

Es gibt aber auch Beispiele, wo neue Situationen unter die Lupe genommen werden. In Weeze etwa ist die L5 zur Gemeindestraße abgestuft worden. Früher führte sie durch den Ort, jetzt drumherum. Die Zählung soll jetzt hier Aufschluss darüber geben, wie sich das auswirkt.

Notiert bis September, aber nicht kontinuierlich. So lief in Geldern die Zählung beispielsweise bereits an der Straße Harttor, in Kevelaer kommen die Helfer in diesem Monat zum Einsatz. Hier ist eine Zählstelle auf der B9 zwischen Wettener Straße und Bahnstraße eingerichtet. In Goch sitzen die Verkehrszähler an der B504 zwischen Maasstraße und Triftstraße.

Erfasst werden alle Arten von Straßen von Gemeindestraßen bis Autobahnen, um einen Querschnitt des gesamten Streckennetzes zu haben. "Ziel ist, ein möglichst genaues Bild der aktuellen Verkehrssituation zu bekommen, das ist dann Grundlage für Planung von Straßen oder eben auch von Lärmschutz." Die Daten können für Autofahrer, aber auch für Anwohner wichtig werden. Und sie werden mitentscheidend sein für die Verwendung der Geldmittel, die der Bund ab 2016 mit der umstrittenen Pkw-Maut generieren will. Gezählt wird noch bis in den September. Die genauen Termine variieren. In Goch sind acht Zähltage eingeplant. Montags bis donnerstags sitzen die Zähler von 7 bis 9 Uhr und von 15 bis 18 Uhr an der Straße, freitags von 16 bis 19 Uhr und sonntags von 15 bis 18 Uhr.

Straßen.NRW hat die Ingenieurgesellschaft Stolz (IGS) mit der Zählung beauftragt. Die IGS sucht auch die Freiwilligen, die das Zählen an der Straße übernehmen. Es sind vor allem Schüler, Studenten oder Rentner, die sich hier etwas dazu verdienen. Immerhin gibt es 50 Euro pro Zähltag. Und wegen der Vielzahl der Messstellen werden auch noch Zähler in der Region gesucht. Wer Interesse hat, kann sich bei der IGS unter der Nummer 02131 / 604010 melden.

Quelle: RP
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