| 00.00 Uhr

Serie Denkmäler In Korschenbroich
Altes Hagelkreuz ist eng mit Jan van Werth verbunden

Grevenbroich. Kleinenbroich Versteckt im Schatten zweier hoher Bäume steht es. Und kaum ein Autofahrer, der es eines Blickes würdigt, während er über die Landstraße 381 nach Büttgen fährt oder von dort kommend in Richtung Kleinenbroich unterwegs ist: das historische Hagelkreuz von 1705. Dabei ist es eng mit Jan van Werth verbunden. Denn sein Enkel Franz Winand I. Raitz von Frentz war es, der es einst errichten ließ. Von Marion Lisken-Pruss

Damals stand das Hagelkreuz noch am Büttgener Kirchweg, bevor es im Zuge von Straßenbaumaßnahmen an seinen heutigen Platz gelangte. Seine Lage zwischen den beiden Orten Kleinenbroich und Büttgen spiegelt auch die familiären Bande Jan van Werths wider: Er selber kam 1591 in Büttgen zur Welt; und in Haus Randerath in Kleinenbroich ist sein Enkel Franz Winand aufgewachsen.

Jan van Werths Tochter Lambertina Irmgardis hatte in die alteingesessene Adelsfamilie der Raitz von Frentz zu Schlenderhan eingeheiratet, die in Haus Randerath lebte. Diese Hochzeit bedeutete für sie einen gesellschaftlichen Aufstieg: Denn ihr Vater Jan van Werth war ursprünglich Schweinehirt gewesen, bevor er später einen kometenhaften Aufstieg beim Militär hinlegte und für seine Verdienste geadelt wurde.

Für die Errichtung des Hochkreuzes an seiner ursprünglichen Stelle gibt es vermutlich einen guten Grund. Die Legende erzählt, dass dort ein altes Holzkreuz stand, das Franz Winand durch das Hagelkreuz ersetzte. Das Holzkreuz trug ursprünglich die Inschrift "Jan van Wiet - wor geweß ene Ferkeshiet" (Jan van Werth war gewiss ein Schweinehirt). Franz Winand hingegen wählte eine lateinische Inschrift für das Hagelkreuz, die keinen Zweifel an seiner adligen Herkunft aufkommen ließ. Und doch erinnert das Hagelkreuz auch an seinen Großvater: Durch das Wappen der Raitz von Frentz, dessen linke obere Ecke ein Schwein ziert.

Als Franz Winand das Hagelkreuz im Jahr 1705 errichten ließ, knüpfte er an eine fast 900-jährige Tradition an. Schon um 800 errichteten Christen in unserer Gegend die ersten Hagelkreuze, und zwar am Ortsrand. Der Grund: Der Gekreuzigte sollte die ganze Flur überschauen können und vor Hagelschlag schützen. Die Gläubigen zogen am Freitag nach Christi Himmelfahrt in einer Prozession zum Hagelkreuz und erbaten dort Gottes Segen für eine gute Ernte. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden diese Hagelprozessionen vermutlich auf Anordnung der kirchlichen Behörden eingestellt.

Heute steht das Hagelkreuz etwas verloren neben dem Radweg an der Landstraße 381. Das will der Heimatverein Kleinenbroich nun ändern. "Wir haben vor, es fachmännisch restaurieren zu lassen", sagt Vereinsmitglied Werner Ortmann. Später könnte das Hagelkreuz dann die Radfahrer zu einer Ruhepause einladen. Werner Ortmann blickt schon in die Zukunft: "Wir haben vor, dort eine Sitzbank aufzustellen und das Umfeld des Hagelkreuzes ansprechend zu bepflanzen."

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Serie Denkmäler In Korschenbroich: Altes Hagelkreuz ist eng mit Jan van Werth verbunden


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.