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Grevenbroich
Auf der Suche nach dem schönsten Dorf

Grevenbroich: Auf der Suche nach dem schönsten Dorf
Hans Köllen (l.) stellte der Kommission neue Projekte der Langwadener vor - so wurde im Dorf für ein großes Spielgerät gesammelt, das bald auf dem Spielplatz montiert wird. FOTO: ATI
Grevenbroich. Die Jury für den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" startete gestern zu ihrer zweitägigen Tour durch Grevenbroich. Sieben Dörfer stehen auf dem Zeitplan, Langwaden war die dritte Station. Die Sieger werden am Montag verkündet. Von Carsten Sommerfeld

Langwaden - ein schmuckes Dorf mit 870 Einwohnern und einer von kreisweit 20 Kandidaten beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" auf Kreisebene. Gestern Punkt 11.30 Uhr war es soweit - auf dem Kirmesplatz rollte im Kleinbus die achtköpfige Jury mit Johannes Nordmann als Vorsitzendem an. Das Empfangskomitee bildeten Hans Köllen und Pascal Mährle von der Kirmesgesellschaft Langwaden. 45 Minuten hatten die beiden Zeit, um der Kommission die schönen Seiten des Dorfs zu präsentieren, von lebendiger Dorfgemeinschaft zu berichten und von neuen Initiativen. Zuvor hatten sich schon die Mühlrather und Hülchrather, die etwa den neuen Park am Jüdischen Friedhof vorstellten, mächtig ins Zeug gelegt.

Der Himmel ist grau, doch die wenigen Tropfen störten beim Rundgang nicht. "In Langwaden gibt es nur einen Verein - die Kirmesgesellschaft", erklärte Hans Köllen, der früher Präsident war. Dass dieser Verein viel mehr im Sinn hat als das Sommerbrauchtum, wurde gleich zu Beginn des Besuchs deutlich. "Die Kirmesgesellschaft war treibende Kraft, dass die L 142 schon ab diesem Sommer in vier Bauabschnitten saniert wird", berichtete Pascal Mährle an der Ortsdurchfahrt. Der Lärm durch die verschlissene Fahrbahn nervt seit Jahren.

Während die Bagger noch erwartet werden, sind andere Projekte fertig. Ein Schmuckstück ist das Dorfkreuz, 2006 wurde der Platz mit Sponsoren und viel Eigeninitiative neu gestaltet, erst 2013 wurden die Bänke erneuert, es wurde neu gepflastert. Etwas weiter steht ein neues Projekt an - die Aufwertung des städtischen Spielplatzes. "Die Bürgerstiftung hat sich zum Ziel gesetzt, einige Spielplätze in der Stadt zu sanieren. Dafür sollen in den Orten gesammelte Spenden verdoppelt werden", berichtete Köllen. "Unser Königspaar Johann und Ingrid Wissdorf zog los und sammelte 4500 Euro." Die verdoppelte Summe reicht für ein tolles Spielgerüst mit Rutsche, Kletterelementen und mehr. Zu sehen war es gestern noch nicht, erst in Kürze soll das Spielgerät aufgestellt werden.

Dafür ist nebenan am Dorfplatz mit dem Hahnenbrunnen und dem eindrucksvollen Schützenbaum Neues zu sehen: eine von Annemarie Köllen, Tante des Ex-Präsidenten, geschaffene Skulpturen-Gruppe. Vorbei geht der Rundgang am vor wenigen Jahren eröffneten "Dorfcafé", Ziel von Bewohnern und Ausflüglern. Auch Einkaufen ist im Dorf möglich, die Landbäckerei im Ort betreibt ein Geschäft. "In Langwaden lässt es sich nicht nur gut wohnen, wir haben eine intakte Dorfgemeinschaft", sagt Köllen. Er berichtet von Zügen, die Plätze pflegen, nun sollen auch Baumpaten gewonnen werden.

Ob all das für einen Sieg beim Wettbewerb reicht? 2008, 2011und 2014 jedenfalls hat Langwaden zweite Preise erreicht. Doch die Jury steuert noch Allrath, Neurath, Frimmersdorf, Gindorf und Dörfer in anderen Kommunen an. Kreissieger und weitere Gewinner werden am Montag in Grevenbroich verkündet.

Quelle: NGZ
 
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