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Grevenbroich
Bürgerstiftung bläst ihr Charity-Frühstück ab

Grevenbroich. Kaum Interesse an Benefiz-Veranstaltung auf dem Grevenbroicher Markt. Bürgerstifter brauchen Geld für Spielplatz-Projekte. Von Wiljo Piel

Kurz vor der Veranstaltung hat die Bürgerstiftung die Notbremse gezogen. Das jährliche Charity-Frühstück, das für Sonntagmorgen auf dem Markt geplant war, ist kurzfristig abgesagt worden. Der Grund: "Es hat sich kaum jemand dafür interessiert", sagt Sprecher Stephen Haines. Gerade einmal drei Tische sind für den Open-Air-Spaß reserviert worden.

In den vergangenen Jahren war das Interesse an den Benefiz-Vormittagen vor dem Alten Rathaus weitaus größer. An 15 und mehr Tischreihen genossen viele Grevenbroicher ihr mitgebrachtes Frühstück, es wurden Marmeladen und Säfte ausgetauscht, man kam miteinander ins Gespräch. "Das hat den Markt belebt", sagt Haines. Warum das Interesse so plötzlich abgeflaut ist, kann er nur vermuten: "Es wird am launischen Wetter liegen."

Oder am Feierabendmarkt, der am Mittwoch an derselben Stelle in die nächste Runde geht. "Das ist ja eine ganz ähnliche Veranstaltung", meint Haines: "Es kann sein, dass ihm viele unserer früheren Besucher den Vorrang geben." Kritisieren möchte der Stiftungssprecher den Sommer-Treff in der Innenstadt aber nicht: "Die Feierabendmärkte sind ganz hervorragend."

Die Einnahmen der Charity-Frühstücke wurden bislang stets dem Stiftungskapital (zurzeit rund 230.000 Euro) zugeleitet. Aus dessen Zinsen finanziert die Bürgerstiftung ihre unterschiedlichen Projekte. "Bei den Frühstücken wurden bislang stets einige hundert Euro eingenommen, die werden uns natürlich fehlen", sagt Vorstand Klaus Jürgen Ruppert. Er denkt darüber nach, künftig mehr "Inhouse-Veranstaltungen" zu organisieren, um wetterunabhängig zu sein.

Geld kann die Bürgerstiftung gut gebrauchen. Denn nachdem mit großem Aufwand im vergangenen Jahr die große Spielspinne am Flutgraben saniert wurde, haben sich die Mitglieder vorgenommen, in dieser Richtung weiterzuarbeiten. In diesem Jahr sollen Spielplätze im Stadtgebiet, die eine Sanierung bitter nötig haben, auf Vordermann gebracht werden. Details zu diesem Projekt will der Vorstand in der kommenden Woche festlegen.

Oberstes Ziel der Bürgerstifter ist es, das Stiftungskapital zu erhöhen, um möglichst viele Vorhaben in Grevenbroich zu realisieren. "Leider ist unser Vorhaben noch nicht in allen Köpfen angekommen", sagt Klaus Jürgen Ruppert, der Veranstaltungen wie das Charity-Frühstück gerne nutzt, um für Zustiftungen zu werben. "Da gibt es vielfältige Möglichkeiten", meint er: "Geburtstagskinder, die schon alles haben, könnten ihre Geldgeschenke an uns weiterleiten - ebenso Firmen, die am Ende des Jahres etwas Gutes tun wollen." Und auch bei Erbschaften gebe es Möglichkeiten.

"Unser Stiftungskapital ist zwar schon erheblich. Aber bei dem anhaltend niedrigen Zinssatz sind wir nicht in der Lage, jedes Jahr 25.000 Euro auf den Kopf zu hauen", sagt Ruppert: "Wir müssen daher unser Eigenkapital erhöhen."

Das Charity-Frühstück 2016 ist abgesagt worden. Aufgeben wollen die Bürgerstifter jedoch nicht. "Im nächsten Jahr werden wir es noch einmal probieren", kündigt Stephen Haines an.

Quelle: NGZ
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