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Grevenbroich
Im Museum wird heute gefeiert: Heesch ist jetzt ein "Sechziger"

Grevenbroich. Dass er seinen 60. Geburtstag heute im Museum feiert, hat nichts mit seinem Alter zu tun. Michael Heesch ist alles andere als museumsreif. Vielmehr markiert die Villa Erckens im Stadtpark eine wichtige Station auf seinem beruflichen Lebensweg. Heesch hat sich dafür eingesetzt, dass aus dem ehemaligen Völkerkunde-Tempel keine Ruine, sondern ein schmuckes "Museum der niederrheinischen Seele" wurde. Und darin wird bewiesen, dass eine abwechslungsreiche Kulturarbeit auch und gerade in Zeiten knapper Kassen möglich ist. Darauf ist der Erste Beigeordnete der Stadt Grevenbroich zurecht stolz. Und deswegen feiert er dort.

Michael Heesch ist ein überzeugter Christdemokrat. Als die Grevenbroicher Union noch unter den internen "Grabenkämpfen" von 1988 litt und an den Theken dieser Stadt verhöhnt wurde, übernahm er 1993 die Parteiführung - mit dem Ziel, die CDU in der Schlossstadt wieder wählbar zu machen. Das hat erreicht. Denn innerhalb einer Wahlperiode stieg die Zahl der christdemokratischen Ratsmitglieder von 15 auf 25 - und die CDU stellte mit Theo Hoer erstmals seit vielen Jahren wieder einen Bürgermeister in Grevenbroich. Zeitgleich leitete Michael Heesch die Ratsfraktion. Und er war ein kämpferischer Vorsitzender, der - obwohl mit einer gehörigen Portion rheinischen Humors ausgestattet - so manch hitzige, gar verbissene Diskussion im Bernardussaal führte. Das war in den 90ern, als sich die Politiker im Rat noch gerne stritten.

Michael Heesch ist Lehrer von Beruf. Er war mehrere Jahre lang am Berufsförderungslehrgang in Holzheim in verantwortlicher Position tätig. Als die Einrichtung schloss, und er 2003 fast zeitgleich seine Bewerbung für den frei gewordenen Posten des Beigeordneten der Stadt Grevenbroich abgab, hatte das mehr als nur ein Geschmäckle. Doch Heesch hat mit viel Fleiß bewiesen, dass er den Job kann - das ist längst unumstritten in den Ratsfraktionen. Das zeigt sich auch in seinem weiteren beruflichen Weg: 2006 wurde er zum Ersten Beigeordneten ernannt, im Dezember 2010 erfolgte die einstimmige Wiederwahl. Was die Politik an ihm schätzt und die CDU auch mal zur Weißglut bringt: Geht es um die Sache, ist es Heesch egal, welches Parteibuch er in der Tasche hat.

Im Rathaus ist er nicht nur der Stellvertreter des Bürgermeisters. Heesch ist auch verantwortlich für die Ressorts Schule, Kultur, Volkshochschule, Sport und Jugend - er kämpft an vielen Fronten, um das bestmögliche Ergebnis für seine Dezernate herauszuholen. Und wenn es mal nicht so läuft, wie es Heesch gerne hätte, dann kann aus dem sonst so aufgeräumt wirkenden Ersten Beigeordneten ein unangenehmer Gesprächspartner werden.

Aber jetzt wird erst einmal gefeiert - ohne Geschenke. Michael Heesch hat um Geldspenden gebeten, die er der Museumsarbeit zugutekommen lassen will. Das ehrt ihn.

(wilp)
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