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Grevenbroich
Junge Pappeln zerstören Hauseinfahrten

Grevenbroich: Junge Pappeln zerstören Hauseinfahrten
Vor und auf ihren Grundstücken sprießen Birken aus dem Boden und sorgen für allerlei Schäden. Leo Koch (l.) und sein Nachbar Toni Meuter haben die Stadt um Hilfe gebeten. Darauf warten die beiden Gindorfer bisher vergeblich. FOTO: A. Tinter
Grevenbroich. Toni Meuter und sein Nachbar Leo Koch aus Gindorf ärgern sich über Schösslinge, die auf ihren Grundstücken sprießen und vieles kaputt machen. Die Jung-Pappeln  stammen von Wurzeln auf dem gegenüber liegenden Hauptschulgelände. Von Wiljo Piel

"Das Leben findet einen Weg." Das hat mal ein gewisser Ian Malcolm alias Jeff Goldblum in dem Kinostreifen "Jurassic Park" gesagt. Dieses Zitat passt nicht nur zu den legendären Film-Dinos, sondern auch gut zur Straße "Zur Hammhöhe" in Gindorf. Denn auch dort bahnt sich die Natur seit geraumer Zeit eifrig ihren Weg - und zwar von dem ehemaligen Hauptschulgelände in die Vorgärten der gegenüber liegenden Häuser. Überall sprießen Pappelschösslinge aus dem Boden.

Und das nicht nur auf dem Rasen in den Vorgärten. Die jungen Bäume sind so kräftig, dass sie das Verbundpflaster in den Hauseingängen und Garageneinfahrten sprengen. Und auch den Straßenasphalt reißen sie auf, und sie heben Gehwegplatten zentimeterhoch an. "Da besteht Stolpergefahr", warnt Leo Koch (77). Gemeinsam mit seinem Nachbarn Toni Meuter (76) bittet er die Stadt schon seit Monaten darum, dieses Problem aus der Welt zu schaffen - bisher vergeblich.

Nach dem Abriss der alten Hauptschule liegt das komplette Gelände brach, dort sollen einmal neue Häuser entstehen. Zwar sind die hohen Pappeln, die entlang des Areals wuchsen, gefällt worden - doch deren Wurzeln blieben in der Erde, dort sind sie quicklebendig und treiben ordentlich aus. Weil Schäden auf ihren Grundstücken entstanden sind, haben Meuter und Koch die Stadtschon mehrfach auf den Wildwuchs aufmerksam gemacht und darum gebeten, die Wurzeln auf dem alten Schulgelände zu entfernen.

"Doch angeblich ist das zu teuer für die Stadt", schildert Toni Meuter. "Stattdessen wurde uns eine kleine Lösung in Aussicht gestellt. Wurzeln und Schösslinge unter Bürgersteig, Einfahrten und Hauszugängen sollen ausgefräst und die Schäden beseitigt werden. Die Baumstubben auf dem Baugelände will man mit Spritzmitteln behandeln." Bringt nichts, meinen die beiden Rentner. "Solange die Wurzeln in der Erde sind, werden sie immer wieder austreiben."

Das sieht auch Hubert Rütten so. Das örtliche UWG-Ratsmitglied fordert die Stadtverwaltung auf, endlich Antworten auf die Fragen der beiden Gindorfer Nachbarn zu geben: "Wer hilft ihnen, wer kommt für die Schäden auf und wer sorgt dafür, dass die Unfallgefahr auf dem Bürgersteig beseitigt wird?" Mit einer zeitnahen Reaktion aus dem Rathaus rechnet Rütten aber schon lange nicht mehr. Schon im März hatte er die Stadt aufgefordert, Stellung zu den Anliegerbeiträgen für den geplanten Ausbau der "Hammhöhe" zu beziehen. Zwar sei ihm damals eine zeitnahe Antwort zugesagt worden - doch: "Bis heute gab es keine Info", bedauert Rütten.

So blieb auch eine Anfrage unserer Redaktion zu den sprießenden Pappeln und den Schäden, die sie vor den Häusern der beiden Gindorfer Nachbarn verursachen, gestern unbeantwortet. Wir bleiben weiterhin an diesem Thema dran. Die Bürgermonitor-Ampel bleibt erst einmal auf Rotlicht geschaltet.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, bei den Bäumen handle es sich um Birken. Tatsächlich sorgen jedoch Pappeln für die geschilderten Probleme. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Quelle: NGZ
 
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