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Grevenbroich
Kampagne gegen Übergriffe im Amt

Grevenbroich. Weil Beleidigungen und Angriffe auf Bedienstete zugenommen haben, hat die Kreisverwaltung eine "Respekt-Kampagne" entwickelt.

Die beiden Fälle aus dem vergangenen Jahr erregten die Gemüter: Mitarbeiter des Straßenverkehrsamtes des Rhein-Kreises wurden von einem Kunden geschlagen und getreten, in einem anderen Fall bespuckt, "nur weil sie nicht das bekommen haben, was sie wollten", sagt Ira Leifgen. Die Personalratsvorsitzende beim Rhein-Kreis spricht Klartext: "Es gibt viele Kollegen, die gehen inzwischen mit Sorge an ihren Arbeitsplatz, weil sie Angst vor Übergriffen haben." Dem will die Behörde mit einem "optischen Signal", so Leifgen, entgegentreten: Der Slogan "Jeder verdient Respekt. Unsere Mitarbeiter auch" steht auf Plakaten und Flugblättern, die Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Kreisdirektor Dirk Brügge gestern präsentierten.

Von einer "Gefahrenzone Amtsstube" will Petrauschke nicht sprechen, aber die Übergriffe sind "längst keine Einzelfälle mehr". Verbale und physische Attacken nehmen zu. Genaue Zahlen gibt es keine, weil in der Behörde eine solche Statistik nicht geführt wird. Neben weiteren Sicherheitsvorkehrungen in den Gebäuden setzt die Kreisverwaltung verstärkt auf Mitarbeiterschulungen. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Gesundheitsdezernent Karsten Mankowsky beschäftigt sich in Zusammenarbeit mit dem Personalrat darüber hinaus mit Gefährdungspotentialen und Verbesserungen im Mitarbeiterschutz. Wenn Kunden Grund für eine Beschwerde haben, sollen sie das Zentrale Beschwerdemanagement der Kreisverwaltung nutzen. Dort werde die Beschwerde sorgfältig geprüft und dem Beschwerdeführer in jedem Fall eine Mitteilung über den Ausgang des Verfahrens garantiert, sagt Petrauschke.

Im Grevenbroicher Rathaus gehören Übergriffe auf Beamte und Angestellte eher zur Seltenheit, sagt Stadtsprecherin Ines Hammelstein: "Das waren bisher zum Glück nur Einzelfälle." Verbale Entgleisungen würden hingegen häufiger in den Amtsstuben vorkommen, dies sei vor allem in den "konfliktträchtigeren Fachbereichen" oder im Außendienst der Fall. Die Mitarbeiter seien jedoch im Rahmen von Schulungen und Seminaren auf solche Situationen vorbereitet worden und wüssten, wie sie manches erregte Gemüt wieder abkühlen könnten.

Quelle: NGZ
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