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Grevenbroich
"Knospenbaum" soll raus aus dem Wald

Grevenbroich: "Knospenbaum" soll raus aus dem Wald
Die Edelstahl-Skulptur "Knospenbaum" verkommt zusehends im Wevelinghovener Stadtpark. Die Augustiner wollen die Skulptur des Künstlers Willi Brüll auf Vordermann bringen und am Martinus-Seniorenstift aufstellen. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. Der Arbeitskreis des Kulturausschusses will das Edelstahl-Kunstwerk zum Martinus-Stift versetzen. Die Augustiner sorgen dort für die Sanierung der verwahrlosten Skulptur. Bedingung: Der Stadtpark muss in Ordnung gebracht werden. Von Wiljo Piel

Das verwahrloste Kunstwerk "Knospenbaum" soll nun doch aus dem Stadtpark an das neue Seniorenstift St. Martinus versetzt werden. Dafür hat sich der Arbeitskreis des Kulturausschusses nach einem Ortstermin ausgesprochen. Ausschlaggebend für diese überraschende Wende war ein Hinweis, den Ulrike Oberbach gegeben hatte. Ziemlich zum Schluss einer kontroversen Diskussion unter freiem Himmel hatte die Ratsfrau der Fraktion "Mein Grevenbroich" darauf hingewiesen, dass die Skulptur dort quasi illegal stehe. Das Staatliche Forstamt habe zwar eine Ausnahmegenehmigung für das Aufstellen dieses Kunstwerks im Wald erteilt - doch die sei schon 2014 abgelaufen, sagte die Südstädterin. Da könnte Ärger drohen.

Oberbach baute mit ihrer Warnung eine "Brücke", die selbst von CDU-Politikern aus Wevelinghoven beschritten werden könnte. Die hatten sich - inklusive des ehemaligen Bürgermeisters Theo Hoer - vorher vehement für einen Verbleib des von Grünspan überzogenen Kunstwerks stark gemacht. "Auch, weil es ein fester Bestandteil des Skulpturenpfades der Stadt ist", wie Alexander Klömpges vom Ortsverband Wevelinghoven argumentierte.

Da aber auch das am Klosterweg liegende Gelände des Seniorenstifts zu diesem Pfad gehört, steht einer Versetzung wohl nichts mehr im Wege. UWG-Fraktionschef Carl Windler hatte die "Knospenbaum-wechsel-dich"-Aktion bereits vor Wochen mit Thilo Spychalski von den Neusser Augustinern eingestielt. Die Betreiber des neuen Seniorenhauses sind nicht nur bereit, die Kosten für den Transport zu übernehmen, sie wollen auch die Sanierung der - weiterhin stadteigenen - Skulptur tragen. "Das wäre im Sinne des 94 Jahre alten Künstlers Will Brüll", berichtete Spychalski: "Er ist entsetzt über den Zustand seiner Arbeit."

Kernthema des Ortstermins war aber nicht - wie Michael Heesch nach gut einstündiger Debatte treffend feststellte - das Kunstwerk, sondern der Zustand des Stadtparks. "Was ich hier sehe, ist nicht im bester Verfassung", sagte der Kulturdezernent mit Blick auf das pflegebedürftige Waldstück. Unisono waren die Kulturpolitiker - aber auch Schützenpräsident Günther Piel - der Ansicht, dass das Naherholungsziel dringend auf Vordermann gebracht werden müsse. "Das ist nicht nur ein Stück Busch, sondern historischer Boden", mahnte Theo Hoer: "An dieser Stelle stand einst das Schloss Lievendahl, und auch die evangelische Gemeinde feierte hier im 17. Jahrhundert ihre ersten Gottesdienste."

Auf Anregung von Michael Heesch soll der Kulturausschuss mit einem Gemeinschaftsantrag "für Gegenwind" sorgen. Dem Rat soll spätestens im Mai nicht nur die Versetzung des Kunstwerks empfohlen werden, sondern auch die schrittweise Instandsetzung des Parks. "Dafür sollten wir alle in die Bütt gehen", forderte der Kulturdezernent.

Der Vorstand des CDU-Ortsverbandes, der den Zustand des Stadtparks zuletzt scharf kritisiert hatte, kündigte an, sich in Kürze bei einer Versammlung eine abschließende Meinung bilden zu wollen.

Quelle: NGZ
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