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Grevenbroich
Kritiker und Verfechter der klassischen Musik

Grevenbroich: Kritiker und Verfechter der klassischen Musik
Der Musikkritiker Eckhard van den Hoogen mit seiner Frau Angela: "Wir haben sicher mehr als 4000 CDs zu Hause", schätzt van den Hoogen. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Seit 25 Jahren rezensiert und vermarktet Eckhard van den Hoogen mit seiner Frau Angela klassische Musiker und ihre Kompositionen. Von Lisa Kreuzmann

Wenn Eckhard van den Hoogen ein Musikstück rezensiert, dann hört er es sich mindestens zweimal an. Einmal, um sich unbefangen in das Stück einzufühlen, und einmal um die Komposition konzentriert zu analysieren. Eckhard van den Hoogen bewirbt und bespricht klassische Musik. Vor 25 Jahren hat er gemeinsam mit seiner Frau das Kommunikationsbüro "Pro Classics" in der Südstadt gegründet. Am liebsten bespricht er Werke, die ihm auch persönlich gefallen. "Ich liebe gute Kritiken", gesteht van den Hoogen. Den scharfen Zungenschlag habe er schon vor vielen Jahren abgelegt.

Der gebürtige Essener mit niederländischen Wurzeln möchte vor allem eins: andere mit seiner Leidenschaft für die Musik anstecken. "Eckhard, du solltest Begeisterer werden", habe ein alter Schulfreund einmal erklärt. Und genau das sei er auch geworden, erzählt der 64-jährige Publizist aus Grevenbroich: "Ein Begeisterer für schöne Dinge."

Kunden von "Pro Classics" sind etwa die Deutsche Kammerakademie in Neuss oder das Klangzeit-Festival in Münster. Aber auch das anstehende Shakespeare Festival im Globe Neuss vermarktet der promovierte Musikwissenschaftler mit unterhaltsamen Analysen und lebendigen Kritiken. Wobei er das Wort Vermarktung nicht gerne hört. Denn nur ums Geschäft gehe es bei einer Arbeit mit Musik selbstverständlich nicht. "Natürlich gibt es auch Künstler, die wollen ihre Musik hauptsächlich gut verkauft wissen", erzählt der 64-Jährige. Solche Aufträge hätte er aber auch schon abgelehnt. "Auf dem Weg in die Ewigkeit ist irgendwo die Musik", antwortet Eckhard van den Hoogen auf die Frage, welchen Stellenwert Musik in seinem Leben hat. Sie ist mehr als bloß eine Tätigkeit.

Die Idee zur Werbeagentur für klassische Musik kam ihm nach dem Studium in Köln, während dessen er bereits als freier Autor für Plattenlabel und Zeitungen schrieb. Gerade arbeitet er an einem Porträt über den österreichischen Komponisten Carl Goldmark (1830-1915) - "eine sture Arbeit, aber auch die mache ich gerne", sagt der Musikwissenschaftler. CD-Einlegertexte schreibe er dagegen immer weniger, denn der digitale Musikkonsum hat auch vor der klassischen Musik nicht Halt gemacht. Immer mehr Menschen hören Musik online.

Dass sich die Jugend heute nicht mehr für die sogenannte ernste Musik interessiere, stimme aber nicht, sagt der gebürtige Essener. "Die klassische Musik hat es schon immer schwerer gehabt", weiß er. Momentan würden sich aber überraschend viele junge Leute auf den Klassik-Konzerten tummeln.

Nach Grevenbroich hat es das Paar eines schönen Sonntags verschlagen: "Wir sind einfach mal losgefahren und hier hat es uns sehr gut gefallen", erzählt Eckhard van den Hoogen. Nun leben und arbeiten sie in der Stadt. Daran sich zur Ruhe zu setzen, denken die van den Hoogens aber nicht. "Ich entdecke jeden Tag etwas Neues", erzählt der Musikkritiker. "Das wäre ja sonst auch wirklich öde."

Quelle: NGZ
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