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Grevenbroich
Landschaftswart warnt vor zu frühem Mähen und Riesengräsern

Grevenbroich. Theo Geller sieht gerne das Gras wachsen, denn seit mehr als 30 Jahren ist er einer von 17 ehrenamtlichen Landschaftswarten im Rhein-Kreis Neuss. Landschaftswarte streifen bei Wind und Wetter durchs Gelände, halten Augen und Ohren immer offen und haben ein großes Herz für die Natur. Sie achten darauf, dass das Verhältnis von Mensch und Umwelt ein harmonisches bleibt. Wilder Müll, verbotene Rodungen - Anlässe, tätig zu werden, gibt es für Theo Geller viele. Besonders ärgert ihn seit einem Jahr aber eine aus einer Sicht viel zu frühe Mähzeit auf der Königshovener Höhe. Von Julia Hagenacker

"Von verschiedenen Naturschutzorganisationen wurden sogenannte Ackerrandstreifenprogramme entwickelt, die dem Erhalt der seltenen Feld- und Ackerpflanzen dienen", erklärt Geller. "Mit viel Geld und Arbeitseinsatz sollen damit auch gleichzeitig Biotope geschaffen werden, um seltenen Feldvögeln wie Grauammern, Goldammern und Rebhühnern geeignete Bodenbrütflächen zu bieten. Nistgelegenheiten sind auf den kultivierten Feld- und Ackerflächen nämlich kaum zu finden." Das Problem, sagt der Naturschützer, sei aber folgendes: "Wenn alles schön grünt und blüht, kommt während der Brutzeit der Mähbalken zum Einsatz - so geschehen im Mai 2015 und 2016 auf der Königshovener Höhe. Die gesamten einjährigen, seltenen und schutzbedürftigen Feld- und Ackerpflanzen sind dort heute schon nicht mehr nachzuweisen. Die Flächen sehen aus wie ein platter, grasbewachsener Park."

Kahlschlag auf der einen Seite, Wildwuchs auf der anderen - auch darin sieht Theo Geller ein großes Problem. "Beim Aussäen der Ackerrandstreifen", sagt er, "schleichen sich immer wieder Samen gebietsfremder Pflanzenarten ein." Zum Beispiel mehr als zwei Meter hohe Riesengräser, die wahrscheinlich aus den Steppengebieten Osteuropas stammen. "Diese Pflanzen sind wiederum hartnäckig, breiten sich aus und können, je größer sie werden, immer schwerer entfernt werden. In Grevenbroich stehen sie schon am Straßenrand." Theo Geller sagt, so könne so nicht weitergehen: "Jeder kocht sein eigenes Süppchen. Die Untere Landschaftsbehörde muss darum jetzt durchgreifen. Land- und Fortswirtschaft müssen an einen Tisch und festlegen, wann gemäht werden darf."

Quelle: NGZ
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