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Grevenbroich
Mit dem Segen auf die Fahrradtour

Grevenbroich. Im Kloster Langwaden trafen sich gestern Radler zur "Fahrradmesse". Von Klaus Niehörster

"Jetzt sind einmal die Fahrräder an der Reihe." Wolfgang Pleschka aus Kapellen ist Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Grevenbroich, und der hatte am Sonntag alle Hände voll zu tun. Für Radler standen gestern nämlich mehrere Ausflüge und Termine an - ein Ziel war die "Fahrradmesse" des Klosters Langwaden. "Die findet alljährlich am ersten Maisonntag statt", erklärt Prior Bruno Robeck, "und das bereits seit zehn Jahren." Das Wetter hat mitgespielt, und so konnte das Geschehen inmitten des frischesten Grüns im Innenhof des idyllisch gelegenen Zisterzienserklosters ablaufen.

Die Einsegnung bei Automessen ist verglichen mit der Fahrradsegnung schon länger Standard. Viele PS-schwache oder starke Vierräder sind mit einem Schutz verheißenden Talisman ausgestattet. Beim Fahrrad ist dafür entweder zu wenig Platz, oder es ist schlichtweg noch nicht üblich. "Diese Messe ist eine ,Erfindung´ von Langwaden", betont der Prior nicht ohne Stolz. Eigentlich sei das eine ganz normale Sonntagsmesse, die jedoch mit einigen kleinen, aber feinen Finessen ausgestattet war. Ein Großteil der Besucher hatte seine Fahrräder in Erwartung eines Segensgebets vorn an der Hecke geparkt, um mit Weihwasser gesprengt zu werden. So sieht der gute Wunsch "Allzeit gute Fahrt" eben auf katholisch aus, wobei die übliche Liturgie einschließlich einer Predigt die tragende Rolle spielte. "Ich habe ein gutes und sicheres Gefühl nach dem Segen", sagte eine Besucherin, die mit ihrem Fahrrad gekommen war.

Der Termin war insofern gut gewählt, weil gestern "Hirtensonntag" war, der geistliche Weltgebetstag. An diesem Vormittag lag das Augenmerk auf den Fahrradbegeisterten. "Wenn die Fahrradfahrer sich die Karte ansehen und ein lockendes Ziel aussuchen", hieß es in der Predigt, "springen die Assoziationen zum alltäglichen Leben unmittelbar ins Auge." Auch dabei gibt es das Leid wegen einer schlechten Wegstrecke, garstigen Wetters, Zoff in der Gruppe. Wer sich übertrieben unter Leistungs- und Bewährungsdruck setzt, hat die schlechteren Karten. Besser ist die Gelassenheit, Freude an der Bewegung und, so sagte Wolfgang Pleschka, "das Erlebnis der Gemeinschaft".

Quelle: NGZ
 
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