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Grevenbroich
Mit Müh' und Not zum Lichterglanz

Grevenbroich: Mit Müh' und Not zum Lichterglanz
Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe bringen die Weihnachtsbeleuchtung an, die in der Innenstadt für festliche Stimmung sorgen soll. Finanziert werden die Lichter vom Werbering. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Jetzt hängt in der Innenstadt wieder die Weihnachtsbeleuchtung. Die Finanzierung ist jedes Jahr ein Kraftakt für den Werbering. Von Anne Richter

Jetzt hängt sie wieder, die Weihnachtsbeleuchtung, und kündet vom nahenden Beginn der Adventszeit. Die Wirtschaftsbetriebe (WGV) waren in den vergangenen Tagen eifrig beschäftigt, die verschiedenen Elemente an der richtigen Stelle zu drapieren und die Versorgung mit Strom zu sichern.

Zuvor war bereits Elektriker Günter Heyll im Einsatz, der die Wartung und Instandsetzung übernimmt, zu einem "sehr kollegialen Preis", wie Heiner Schnorrenberg, Vorsitzender des Werberings, betont. Die Weihnachtsbeleuchtung gehört für mindestens eine Generation von Grevenbroichern zum Fest dazu wie Tannenbaum und Krippe, inzwischen hat das Lichtermeer sicherlich schon 35 Jahre auf dem Buckel, schätzt Schnorrenberg. "Das Stück ist in die Jahre gekommen", gibt er unumwunden zu. Teilweise müssen Leitungen erneuert werden, auch von den vielen hundert Glühbirnen müssen immer wieder welche ausgetauscht werden.

Höchste Zeit also für etwas Neues, Modernes? Am besten mit energiesparenden LED-Lampen? Eher nicht, wird im Gespräch mit dem Werbering-Vorsitzenden schnell deutlich. Denn eine neue LED-Beleuchtung kann mehrere zehntausend Euro kosten - Geld, das der Werbering nicht hat. "Der Preis für die Anschaffung ist für uns nicht darstellbar", sagt Schnorrenberg deutlich. Zudem hat er sich seit dem Sommer, als das Thema schon einmal diskutiert wurde, kundig gemacht und sich von Bekannten berichten lassen, dass auch die LED-Lichter Nachteile haben. "Es gibt teilweise Probleme mit der Witterungsbeständigkeit", sagt er, zudem würden manche Lämpchen blasser und matt, auch die Lichtfarbe könne sich ändern. "Das ist auch nicht perfekt", fasst er zusammen.

Also bleibt es weiterhin bei der alten Beleuchtung, wobei die Finanzierung in jedem Jahr wieder auf der Kippe steht. Die Lagerung und das Auf- und Abhängen übernehmen die WGV kostenlos, doch für Wartung, Reparaturkosten, Betrieb und Strom müssen etwa 10.000 Euro aufgebracht werden. Nicht alle der etwa 50 Mitglieder des Werberings geben etwas dazu. "Es wäre schön, wenn alle Geschäfte mitziehen würden", betont Schnorrenberg. So müsse man hausieren gehen, von Jahr zu Jahr gucken, ob die Finanzierung klappt. Und falls das Geld irgendwann einmal nicht reicht, will der Werbering-Vorsitzende auch nicht ausschließen, dass es in der Adventszeit dunkel bleibt - ohne Weihnachtsbeleuchtung. "Wir müssen an der Notbremse ziehen, wenn das Geld nicht da ist", sagt er.

In diesem Jahr aber können die City-Besucher sich am Lichterglanz erfreuen. Die Beleuchtung wird bei der Eröffnung des Weihnachtsmarktes am Donnerstag, 24. November, erstmals eingeschaltet.

Quelle: NGZ
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