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Serie Seniorenfreundliches Grevenbroich
Noch mal aktiv werden an der Schwelle zum Ruhestand

Die Basiszelle für die im Jahr 2003 gegründete ZWAR-Gruppe (zwischen Arbeit und Ruhestand) war der Ortsteil Wevelinghoven, "weil dort die meisten Senioren in der Stadt wohnten", erinnert sich Sabine Jung. Längst wird die aktuell 48 Aktive zählende ZWAR-Gruppe von Menschen aus allen Stadtteilen besucht. Und auch die Altersstruktur hat sich verändert: "Mittlerweile ist keiner von uns mehr berufstätig, die Ältesten sind Mitte 80", berichtet Jung, die allerdings noch während ihrer Berufstätigkeit als Arbeitsvermittlerin 13 Jahre lang die Moderatorin der ZWAR-Gruppe war.

Seitdem sich Sabine Jung aus dieser Funktion zurückgezogen hat, ist ein sechs- bis achtköpfiges Team an ihre Stelle getreten. "Das fördert die Eigenverantwortlichkeit", betont Gabriele Görlitz-Guillemin, die ebenfalls aktiv mitarbeitet. "Wir sind kein Verein, und es werden auch keine Mitgliederbeiträge erhoben. Bei uns kann jeder mitmachen, er muss sich aber auf jeden Fall aktiv einbringen", betont Jung. So werde von den Mitgliedern auch erwartet, regelmäßig an den Basistreffen teilzunehmen, bei denen alle 14 Tage die Aktivitäten besprochen werden.

Auf dem Programm stehen zwar feste Angebote wie Ausflüge, Besichtigungen, Boule, Computerkurse, Kino-Besuche und vieles mehr. Es muss sich aber immer jemand finden, der die Zusammenkünfte oder Exkursionen organisiert. "Wir fördern die Eigeninitiative und soziale Kontakte", betont Jung. "Außerdem helfen wir uns untereinander, kaufen mal für jemanden ein, der krank ist", nennt Jung ein Beispiel. Als Gabriele Görlitz vor Jahren aus Düsseldorf nach Grevenbroich zog und sie Witwe wurde, hat sie in der ZWAR-Gruppe den Anschluss gefunden, ein Netzwerk von Kontakten. Oder da ist Rita Hösen, die zu ZWAR gekommen ist, als sie mit 55 Jahren in Rente ging. Die mittlerweile 58-Jährige gehört zu den Jüngsten in der Gruppe und sagt: "Es wäre schon wünschenswert, wenn wir auch wieder Berufstätige ab 50 Jahren mit in die Gruppe bekämen."

Die drei Aktivistinnen halten übrigens Grevenbroich für eine seniorenfreundliche Stadt. Positive Beispiele seien das Kino 50plus im Montanushof, das sogar immer schnell ausgebucht sei, die Cafés, das Ärztezentrum und das Seniorennetzwerk. Weniger schön seien die leerstehenden Geschäfte. Und Jung regt eine Seniorenmesse an, bei der sich Gruppen wie ZWAR, wie alle anderen Einrichtungen und Angebote für Senioren in der Stadt, mit Ständen der Öffentlichkeit vorstellen könnten. Denn es sei wichtig, dass die Senioren auch davon erfahren, was vor Ort für sie getan werde.

Kontakt Tel. 02181 44044 oder E-Mail, zwargv@gmail.com

(gt)
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