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Serie Leben Im Kloster
Pater Klaus begeistert von der Offenheit der Rheinländer

Grevenbroich. Damm Pater Klaus Gajowski ist noch neu im Nikolauskloster: Erst seit April 2015 gehört der 53 Jahre alte Priester zu dieser Klostergemeinschaft, die ihm auch zugleich eine ganz andere Welt eröffnet. Denn bis zu seinem 49. Lebensjahr war der aus Polen stammende Ordensmann immer in der Diaspora im Einsatz und hat die meiste Zeit alleine gelebt. Kontakt hatte er in dieser Zeit hauptsächlich ebenfalls zu Polnisch sprechenden Oblaten-Brüdern. Von Gundhild Tillmanns

Nun, in einer vorwiegend katholischen Region angekommen, staunt Pater Klaus über die Offenheit und Neugier der Menschen vom Niederrhein. Und er hat schon festgestellt, dass ihm die Türen offen stehen, wenn er sagt, dass er aus dem Nikolauskloster kommt. Denn Pater Klaus wird auch häufig gebraucht, wenn Not am Seelsorger und Priester in den umliegenden Gemeinden ist. In Odenkirchen, Liedberg und anderen Orten liest er die Messe, nimmt die Beichten ab und bemerkt immer wieder: "Es gibt hier viele Menschen, die auch aus Polen stammen. Wenn sie meinen Dialekt hören, dann hat man sofort einen Draht zueinander."

Denn Deutsch hat Pater Klaus erst als Fremdsprache in Deutschland erlernt, obwohl er aus einer deutschstämmigen Familie stammt und seine Großmutter noch hauptsächlich Deutsch gesprochen hat: "Es war im kommunistischen Polen zu gefährlich, Deutsch zu sprechen. Wir hatten sogar im Priesterseminar der Oblaten Spione der Regierung. Die sind aber von unseren Lehrern immer schnell entdeckt worden", berichtet Pater Klaus. Als Mann der Kirche sei man in Polen unter ständiger Beobachtung gewesen.

In dem polnischen Dorf Rodziniec wuchs Klaus Gajowski als ältestes Kind eines Kraftfahrers und einer Sekretärin auf. Zwei jüngere Schwestern hatte er. Schon als Vierjähriger war er Messdiener, besuchte einen katholischen Kindergarten und trat mit 14 Jahren in das "kleine Seminar" der Oblatenbruderschaft in Markowicze ein. Sein Abitur musste er zweimal machen: Der Staat erkannte den kirchlichen Abschluss nicht an. 1988 wurde er zum Priester geweiht. Sein Vater sei besorgt gewesen, seine Mutter habe Gottvertrauen gehabt und ihm gesagt: "Du schaffst das", erinnert er sich. Nach der Zeit als Kaplan in der Nähe von Danzig ging es ins Bistum Fulda. In Bebra, später in Rothenburg, Bad Hersfeld, Niederaula und Kirchheim versah er den Pfarrdienst und lebte die meiste Zeit alleine. Lediglich in Ziegenheim bei Schwalmstatt zog er in eine kleine Oblaten-Kommunität mit einem Bruder und zwei weiteren Patres. Das Nikolauskloster ist für Pater Klaus jetzt mit sechs Mitbrüdern und -patres nun schon fast eine große Gemeinschaft.

Quelle: NGZ
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