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Grevenbroich
Phenol: Amtsarzt schließt Gesundheitsschäden aus

Grevenbroich. Weil Phenol aus den Fußböden im Schulneubau an der Parkstraße freigesetzt wird, hat die Stadt einen Sachverständigen eingesetzt. Er soll ein Handlungskonzept für das weitere Vorgehen erstellen. Im für die Stadt ungünstigsten, weil teuersten Fall müssten die Bodenbeläge mitsamt Estrich entfernt werden. "In den nächsten zwei bis drei Wochen wissen wir mehr", sagt Rathaussprecherin Ines Hammelstein. Dann soll das Gutachten vorliegen.

In einem Raum der Schule waren vor etwa zwei Wochen Phenolwerte ermittelt worden, die über dem Gefahrenrichtwert von 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft lagen. Kreis-Amtsarzt Michael Dörr schließt aber aus, dass es dadurch zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Schülern und Lehrern gekommen ist.

"Oberhalb der 200-Mikrogramm-Grenze sind zwar durchaus gesundheitliche Schäden zu befürchten", sagt Dörr: "Aber nur in dem Fall, wenn ein Mensch sein Leben lang diesem Wert ausgesetzt wäre." Für Arbeitsplätze sei sogar eine Innenraumbelastung von 8000 Mikrogramm Phenol pro Kubikmeter Luft zulässig - "das gilt für einen Acht-Stunden-Tag bei einer 35-jährigen Arbeitszeit", so der Amtsarzt.

Phenol lässt sich im menschlichen Körper nur schlecht nachweisen. Nach einem, spätestens drei Tagen wird der Stoff über den Urin wieder ausgeschieden. "Das Substrat wird im Körper nicht gespeichert, es verflüchtigt sich", sagt Dörr. Aufregung unter den Eltern der Gesamt- und Hauptschüler habe das Kreisgesundheitsamt nicht registrieren können. "Die Stadtverwaltung hat umfassend und schnell informiert, so dass Ängste gar nicht erst entstehen konnten", lobt Michael Dörr.

Unklar ist nach wie vor, warum das Phenol nur aus einem Teil der Fußböden ausdünstet und für einen unangenehmen, stechenden Geruch in einigen Klassenräumen sorgt. "Möglicherweise haben intensive Reinigungsarbeiten mit Wasser zu einer Hydrolyse geführt, durch die dieser Stoff freigesetzt wurde", vermutet Michael Dörr. Ursachenforschung soll nun der Sachverständige betreiben, der von der Stadt eingesetzt wurde.

(wilp)
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