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Grevenbroich
Schule kämpft gegen die Gefahren im Netz

Grevenbroich: Schule kämpft gegen die Gefahren im Netz
Johanna Schurig, Lena Vocke und Anna Terhardt wollen ihre jüngeren Mitschüler über die Gefahren aus dem Internet aufklären. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Das Pascal-Gymnasium hat eine Initiative für sicheres Surfen gestartet. Nicht nur Schüler, sondern auch Eltern und Lehrer machen mit. Von Wiljo Piel

Medien-Polizistinnen wollen Johanna Schurig (13), Lena Vocke (12) und Anna Terhardt (14) nicht sein. Doch die drei Schülerinnen des Pascal-Gymnasiums haben eine Mission: Sie wollen jungen Leuten aus den fünften und sechsten Klassen mehr Kompetenz im Umgang mit dem Internet vermitteln. Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, "sondern auf spielerische Art", sagt Lena Vocke. Im Rahmen einer Schnitzeljagd sollen die Schüler auf die Gefahren hingewiesen werden, die bei Facebook oder in Whatsapp-Gruppen lauern.

Das Projekt des Mädchen-Trios gehört zu einer Initiative, für die das Gymnasium jetzt mit dem Siegel "S.i.n.us" (kurz für: Sicher im Netz unterwegs) des Rhein-Kreises ausgezeichnet wurde - als erste Schule in Grevenbroich. "Ein toller Erfolg", sagt Schulleiter Manfred Schauf.

Innerhalb eines Jahres ist es dem "Pascal" gelungen, eine Reihe von Aufklärungs- und Vorbeuge-Angeboten zu schaffen, die einerseits die positiven Seiten des Internets beleuchten, andererseits aber auch die Gefahren aufzeigen - etwa Cybermobbing, sexuelle Übergriffe oder Computerspielsucht. Diese Angebote richten sich nicht nur an Schüler, sondern auch an Eltern und Pädagogen. "Für viele Erwachsene ist es schwierig, mit der rasant fortschreitenden Entwicklung Schritt zu halten. Auch Eltern, die das Medium selbst nutzen, fehlt oft der Einblick in die Internetaktivitäten ihrer Kinder", sagt Lehrerin und Medienbeauftragte Nina Kern.

So hat eine Arbeitsgruppe, die sich aus zehn Müttern und Vätern zusammensetzt, bereits ein Flugblatt für Eltern entwickelt, das über die Vor- und Nachteile von Smartphones aufklärt. Und auch die Lehrer sind am Start: Gemeinsam mit der Schulsozialarbeiterin Karin Josczok haben sie unterschiedliche Unterrichts-Module zu den Themen "Cybermobbing" und "Sexting" zusammengestellt. Schüler - sogenannte Medien-Scouts - klären zudem über die Sicherheits-Einstellungen von Smartphones auf. Darüber hinaus sind sie erste Ansprechpartner für jüngere Schüler, sollte es zu Problemen in Whats-app-Gruppen kommen.

Die Sekundarstufe I erlebte im vergangenen Jahr die Aufführungen der Theaterproduktion "ComicOn", die Cybermobbing als Schwerpunktthema problematisiert, und die Jahrgangsstufe 7 beschäftigte sich mit dem Präventionsprogramm der Kriminalpolizei Neuss. Für Eltern und Lehrer gab es darüber hinaus eine besondere Veranstaltung: Oberstufenschüler zockten mit ihnen Computerspiele - darunter auch Titel für ein erwachsenes Publikum. "Wir haben Spaß gehabt, aber auch Schocks erlebt", gibt Nina Kern zu.

Die Initiative für ein sicheres Surfen im Netz wird am Pascal-Gymnasium fortgesetzt. "Da das Thema Medienkompetenz extrem schnelllebig ist, wird es über die aktuell bestehenden Angebote und Planungen immer wieder Ergänzungen geben", sagt Kern. Mit Unterstützung des "S.i.n.us"-Netzwerkes des Kreises sollen regelmäßig Vorträge und Seminare angeboten werden.

Quelle: NGZ
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