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Grevenbroich
Schulen: Eltern-Taxi soll Ausnahme werden

Grevenbroich: Schulen: Eltern-Taxi soll Ausnahme werden
Schulleiterin Ruth Hennen startet gemeinsam mit der Polizei eine Aktion. Ziel ist es, dass der zu Fuß zurückgelegte Schulweg zur Regel werden soll. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. Schulleiterinnen klagen darüber, dass immer mehr Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. Das sorge für gefährliche Situationen. Die Erich-Kästner-Schule startet jetzt eine Aktion mit der Kreispolizei. Von Wiljo Piel

Eigentlich hat Ruth Hennen schon alles versucht. Sie hat Briefe an die Eltern geschrieben und das Ordnungsamt zu Kontrollen aufgerufen - immer wieder. Doch das morgendliche Verkehrschaos vor der Erich-Kästner-Grundschule in Elsen hat sie damit nicht abstellen können. "Leider", sagt die Schulleiterin. "Wir haben immer noch mit dem Problem zu kämpfen, dass viel zu viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen." Weil es dadurch nicht selten zu gefährlichen Situationen komme, versucht es Hennen nun noch einmal gemeinsam mit der Polizei. Ab dem 19. Mai startet die Schule eine Aktion, die Mädchen und Jungen dazu motivieren soll, den Schulweg zu Fuß in Angriff zu nehmen.

"Sobald ein paar Tropfen Regen vom Himmel fallen, geht hier gar nichts mehr", schildert Ruth Hennen. Dann fahre ein Eltern-Auto nach dem anderen vor - und kaum jemand störe sich daran, dass im Wendehammer vor dem Hauptportal der Schule absolutes Halteverbot herrsche. Das gleiche Bild auf der Goethestraße, am Seiteneingang: "Dort sorgt der rege Verkehr dafür, dass unsere Lehrerinnen kaum ihre Parkplätze erreichen können", berichtet Ruth Hennen.

Die Elsener Schule ist kein Einzelfall. An der Graf-Kessel-Straße gibt es ähnliche Probleme. "Von 218 Kindern werden etwa 100 mit dem Auto hierhin gebracht", berichtet Veronika Majehrke-Feldmann, Leiterin der katholischen St.-Martin-Grundschule. Dies verursache ein "ziemliches Verkehrschaos", etwa weil auf dem Zebrastreifen, dem Gehweg und in privaten Einfahrten geparkt oder auf der Fahrbahn riskante Wendemanöver eingelegt würden. "Dieses rücksichtslose Vorgehen gefährdet andere Kinder", sagt Majehrke-Feldmann. Die Schule habe zwar Lotsen eingesetzt - doch: "Die werden nicht selten von den Eltern angepöbelt, wenn sie auf Verkehrsverstöße hinweisen", sagt die Schulleiterin. Das sei nicht gerade vorbildlich: "Im Gegenteil", meint Majehrke-Feldmann: "Sie bringen ihren Kindern bei, dass man auch ohne Regeln gut leben kann."

Um das Problem in den Griff zu bekommen, startet Ruth Hennen in Elsen mit der Kreispolizei das Projekt "Walk to school". Nach dem Auftakt am 19. Mai sollen die Kinder im Juni eifrig Punkte für jeden zu Fuß zurückgelegten Schulweg sammeln und können so für ihre Klasse einen Preis gewinnen. "Ziel dieser Aktion ist es, dass der Fußweg zur Schule zur Regel werden sollte", sagt Hennen. Für Eltern, die ihre Kinder trotzdem mit dem Auto zur Schule bringen wollen, stehe der Parkplatz an der St.-Stephanus-Kirche bereit. "Dort können sie ihre Kinder herauslassen, damit sie den restlichen Weg zu Fuß gehen", sagt die Schulleiterin. Über Details will sie die Eltern nun schriftlich informieren.

Die Polizei unterstützt diese Aktion gerne, sagt Sprecherin Diane Drawe: "Denn wir beobachten kreisweit, dass es vor den Schulen häufig zu gefährlichen Situationen kommt." Die Polizei werbe dafür, den Schulweg zu Fuß oder per Rad in Angriff zu nehmen.

Quelle: NGZ
 
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