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Grevenbroich
Sieben Urnenstelen vor dem Kloster-Kreuzgang

Grevenbroich: Sieben Urnenstelen vor dem Kloster-Kreuzgang
Jede Stele des Kolumbariums wurde einzeln geweiht. Die ersten Urnen-Beisetzungen sollen am Montag erfolgen. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. In Langwaden wurde das Kolumbarium feierlich eingeweiht. Das Kloster gewährt "Gastfreundschaft für die Lebenden und die Toten". Von Carsten Sommerfeld

Eine lebendige Gemeinschaft bildet das Kloster Langwaden mit den Zisterziensermönchen, mit seinem Wohnheim, Restaurant und Biergarten. Seit gestern wird dort "Gastfreundschaft für die Lebenden und für die Toten" gewährt. Unter diesem Leitsatz wurde am Nachmittag wenige Meter von der Klosterkapelle entfernt das Kolumbarium mit 210 Nischen - mit Platz für je zwei Urnen - in sieben Granitstelen geweiht.

Gastfreundschaft "ist für uns alle ein zentraler Begriff. Wir kommen an einem neuen Ort als Fremde an - wenn es gut läuft, als Gäste - und mit der Zeit werden wir Heimische, Freunde", sagte Prior Bruno Robeck bei der Einweihungsfeier. Er nannte als Beispiel die fünf jungen Syrer, die als Asylbewerber zurzeit im Kloster leben. "Und wenn wir das irdische Dasein verlassen, wissen wir, dass für uns eine andere Wohnung bereitet ist", so der Prior, bevor sieben in der Kapelle geweihte Kreuze in einem feierlichen Zug mit vielen Besuchern zu den Stelen getragen und dort aufgesetzt wurden.

Einen "besonderen, würdevollen Ort des Gebetes und der Hoffnung wollten wir schaffen", erklärt Kloster-Geschäftsführer Alois Seimetz. Das ist gelungen. Die Stelen gruppieren sich vor der Klostermauer mit dem Kreuzweg der Künstlerin Anneliese Langenbach - sie bilden ein harmonisches Ganzes, das zum Innehalten einlädt.

Besondere Aufmerksamkeit galt den beiden Edelstahl-Toren an den Zugängen zum Kolumbarium, die keineswegs nur trennend wirken sollen. Pater Abraham von der Klosterschmiede der Benedektiner-Abtei Königsmünster in Meschede hatte sich viele Gedanken zur Gestaltung gemacht. Da "der Tod das Tor zum Leben" sei, weisen die Tore viele kleinen Öffnungen auf - als Symbol für die Durchlässigkeit zwischen Diesseits und Jenseits. Zudem sind sie mit Texten unter anderem von Psalmen versehen. Die Stelen mit roten, schwarzen und grauen Platten hat Steinmetz Thomas Vendel aus Wassenberg gefertigt. "Urnenstelen nur aus Granit sind noch selten" , sagt er.

Das Kolumbarium in Verbindung mit einem Kloster ist nach den Erkenntnissen von Gregor Diekers "in Deutschland einzigartig", wie der Inhaber von Bestattungen Sieben sagt. Das Unternehmen betreibt das Kolumbarium. Diekers hatte den Stein für die Errichtung der Urnenstelen ins Rollen gebracht, als er im Frühjahr 2014 Alois Seimetz anrief und von der Idee erzählte. Rund 20 der 210 Urnennischen sind bereits vergeben. Die Nachfrage ist groß", so Diekers. Die meisten Anfragen würden aus Grevenbroich kommen, weitere aus anderen Kommunen im Kreis. Noch fehlen an den Platten Namensgravuren, die ersten Beisetzungen sind für Montag vorgesehen. Nach der Ruhezeit von mindestens 15 Jahren werden die Urnen in einem Rasenfeld nebenein beigesetzt und mit einer Namensplatte versehen. Bestattungen in den Urnennischen sind unabhängig von der Religionszugehörigkeit des Verstorbenen möglich.

Gregor Diekers sieht das Kolumbarium als Ergänzung der Angebote auf den Friedhöfen der Stadt". Die plant selbst ein - kleineres - Kolumbarium mit 48 Nischen in zwei Urnenwänden in der Trauerhalle auf dem Waldfriedhof in Gustorf.

Quelle: NGZ
 
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