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Grevenbroich
Stadt investiert in Brunnen-Reparatur

Grevenbroich. Von den elf städtischen Brunnenanlagen sind vier derzeit außer Betrieb. Mit Tier- und Löwenbrunnen sind ausgerechnet zwei innerstädtische Wasseranlagen defekt. Sie sollen repariert werden - voraussichtlich im Herbst. Von Valeska von Dolega

Gerade im Sommer hat Wasser eine magische Anziehungskraft. Ausgerechnet jetzt herrschen bei den Brunnen in der Fußgängerzone Tristesse und Traurigkeit, sowohl der Löwenbrunnen als auch der Tierbrunnen führen schon lange kein Wasser mehr. Hieß es im vergangenen Monat auf Anfrage unserer Redaktion noch, aus Kostengründen sei unklar, ob die beiden Brunnen instand gesetzt würden, steht nun fest: "Sie werden auf jeden Fall repariert und wieder in Betrieb genommen", sagt Rathaussprecherin Ines Hammelstein.

Wann entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, steht nicht fest. Der Grund für die derzeitige Wasserlosigkeit sind defekte Wasserleitungen. Weil der Wasserschaden unterirdisch ist, muss das Leck am Zufluss ermittelt werden. Das funktioniert ähnlich wie beim Wasserrohrbruch im Privathaushalt. Nur, dass die zu untersuchenden Leitungen meterweit quer unter dem Marktplatz verlaufen. "Der kann nicht einfach aufgerissen werden", denn bis Herbst wird das Areal als Veranstaltungsfläche genutzt. "Dann aber werden die Brunnen in Angriff genommen."

Insgesamt elf städtische Brunnenanlagen betreibt Grevenbroich. Außer Löwen- und Tierbrunnen in bester Innenstadtlage sind außerdem der Springbrunnen in Neurath an St. Lambertus - dort legt eine kaputte Pumpe das Wasserwerk lahm, außerdem sind die Silikonfugen undicht - sowie der Springbrunnen auf der Stadtparkinsel vor der Bücherei außer Betrieb.

Vor besonderen Herausforderungen steht die Stadt bei dem von der inzwischen verstorbenen Künstlerin Anneliese Langbach gestaltete "Energiebrunnen" auf der Stadtparkinsel. Entlang der aus Terrakotta gestalteten Brunnenplastik werden wesentliche Stationen der Wirtschaftsgeschichte der Stadt zu Aspekten wie Gas, Wasser, Strom, Mühlen, Weberei und Spinnerei künstlerisch umgesetzt. Allerdings muss man das wissen - einst farbig eingearbeitet, sind die Motive inzwischen nahezu vollkommen verblasst. "Das Wasser ist zu kalkhaltig", weiß Ines Hammelstein. Der Kalk hat ursprünglich fein ausgearbeiteten Details - wie den Wasserturm von 1898 oder einem Angler an der Erft - inzwischen den Garaus bereitet. Geprüft wird zurzeit, "wie sich der Kalkbelag entfernen lässt, ohne das Kunstwerk zu zerstören".

Dazu muss ein Fachmann gesucht und gefunden werden. Außerdem ist es eine Kostenfrage. Bekanntermaßen steckt die Stadt Grevenbroich in der Haushaltssicherung, rund um die Brunnen sollen jährlich Ausgaben von 10.000 Euro eingespart werden. Den Brunnen zu erhalten, sei eine freiwillige Aufgabe. Bedacht werden müssten zudem die Wartungskosten, die sich aus Ausgaben für wie Wasser, Strom, Reinigung und Reparatur zusammensetzen. "Aber das Ziel ist, die Brunnen wieder in Gang zu setzen", sagt Ines Hammelstein.

Angesichts der derzeit nicht laufenden Brunnen in der Innenstadt hatte Bürgerin Angelika Schwedhelm einen Vorschlag parat: "Wenn etwas defekt ist, könnte doch eine Brunnen-Initiative ins Leben gerufen werden." Dazu gibt es ein Vorbild: Vor wenigen Jahren hatten eine Bürgerinitiative und der Kunstverein für die Restaurierung des von Bonifatius Stirnberg geschaffenen Tierbrunnens und der daneben aufgestellten Messingtiere gesorgt. 6000 Euro kostete die Aktion.

Quelle: NGZ
 
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