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Grevenbroich
Wahlgräber sollen teurer werden - Urnengräber dagegen preiswerter

Grevenbroich. Am Montag soll in der Trauerhalle auf dem Waldfriedhof in Gustorf der Bau des Kolumbariums starten. In zwei Wänden werden insgesamt 96 Nischen Urnen zur Verfügung stehen - nach dem Memoriam-Garten in Elsen bildet das Kolumbarium die zweite neue Begräbnisform auf den städtischen Friedhöfen 2016. Von Carsten Sommerfeld

Ebenfalls in der nächsten Woche, am Mittwoch, wird sich der Umwelt- und Landschaftspflegeausschuss mit den Friedhofsgebühren für 2017 befassen. Angehörige, die ihren Verstorbenen in einem Wahlgrab für Sargbestattung beisetzen lassen möchten, müssen nach dem Entwurf der Verwaltung künftig tiefer in die Tasche greifen.

Die Gebühren für Nutzungsrecht und Bestattung steigen danach insgesamt von 3449 auf 3748 Euro (plus 8,7 Prozent) Preiswerter wird es bei Urnengräbern. Für ein anonymes Urnenreihengrab etwa sollen künftig samt Grabbereitung 1471 statt 1997 Euro fällig werden (minus 26,3 Prozent). Insgesamt gilt: Gebühren für die Bestattung steigen, das Nutzungsrecht fürs Grab wird dagegen häufig preiswerter. Ein Grund für die Veränderungen: "Die Begräbniskultur wandelt sich, wir haben mittlerweile fast 70 prozent Urnenbestattungen, Wahlgräber werden dagegen immer weniger gefragt", erläutert Fachbereichsleiter Peter Mühlenbruch.

Bei der Kostenrechnung fürs Wahlgrab-Nutzungsrecht wurde 2015 - dieses Jahr ist Grundlage für die Gebühr 2017 - mit einem Fehlbetrag von 42.164 Euro abgeschlossen. Trotz Mehreinnahmen bei anderen Positionen bleibt ein Fehlbetrag von 32.828 Euro, der nun auf die Gebühren umgelegt wird.

Ein weiteres Problem: Die Zahl der Beerdigungen sinkt seit Jahren. "Für 2015 hatten wir 577 Beerdigungen erwartet, es waren aber nur 523", erläutert Peter Mühlenbruch. "Einige Menschen wählen beispielsweise die Seebestattung oder die Bestattung im Friedwald." Zudem gibt es im Kloster Langwaden bereits ein Kolumbarium. Trotz sinkender Beerdigungszahl bleiben aber viele Kosten auf den Friedhöfen der Stadt konstant. Zudem führt der Trend zur Urnenbestattung dazu, dass immer mehr Grabflächen frei sind, die nun die Stadt unterhalten muss. Mit den neuen Bestattungsangeboten versucht die Kommune der sinkenden Zahl von Bestattungen entgegenzuwirken.

Ein Dauerbrenner ist das Minus bei den wenig genutzten Trauerhallen. Trotz des Fehlbetrags von 75.132 Euro werden diese Kosten nicht auf die Nutzungsgebühr umgeschlagen, die Stadt befürchtet sonst weiteren Rückgang. Drei Hallen wurden geschlossen. Die FDP fordert nun ein Konzept für die übrigen Gebäude. "Die Politiker werden sich wohl positionieren müssen, ob weitere Hallen geschlossen werden sollen", sagt Mühlenbruch.

Quelle: NGZ
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