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Hilden/Haan
Abfälle: Hilden ist Spitze im Verwerten

Hilden/Haan: Abfälle: Hilden ist Spitze im Verwerten
Schwarze, braune, blaue und gelbe Tonnen fassen, was die Bürger nicht mehr brauchen. Bis auf den Inhalt der schwarzen Tonnen kann das meiste verwertet werden. FOTO: Staschik, Olaf (ola)
Hilden/Haan. In Haan werden 121 Kilogramm Bioabfall pro Kopf eingesammelt - fast doppelt so viel wie im Kreisdurchschnitt. Von Christoph Schmidt

Viele Ausländer belächeln die deutsche Mülltrennung. Dabei wird häufig übersehen: Je besser der Müll getrennt wird, um so günstiger wird seine Entsorgung. Hilden hat im Vergleich mit den anderen kreisangehörigen Städten und umliegenden Großstädten die preiswerteste Abfallentsorgung, hat der Steuerzahlerbund NRW für 2014 wieder festgestellt. Das hat auch damit zu tun, dass Hilden bei der Erfassung von Wertstoffen Spitze ist. 268 Kilogramm pro Einwohner, hat Abfallberater Frank Berndt vom zentralen Bauhof ermittelt. Zum Vergleich: Kreis Mettmann 263 kg, Solingen 180 kg, Düsseldorf 170 kg, Köln 181 kg, NRW 252 kg, BRD 260 kg. "In Großstädten mit vielen Hoch- und Mehrfamilienhäusern wird der Müll nicht so gut getrennt wie auf dem Land", erläutert Berndt: "Das ist einfach so. Deshalb ist Verwertungsquote in dicht besiedelten Großstädten niedriger. Hilden schneidet im Vergleich mit Städten über 2000 Einwohner pro Quadratkilometer gut ab."

In Hilden werden beispielsweise 80 Kilogramm Altpapier pro Einwohner eingesammelt, im Kreisdurchschnitt 74,2 kg und in Haan nur 72,5 kg. Das Altpapier wird verkauft, mit dem Erlös werden die Entsorgungskosten gesenkt. "Was machen die Haaner mit dem Altpapier?", fragt sich Sven Kübler von der Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt Haan und sieht dort Handlungsbedarf. "Wir haben auch keine Erklärung finden können", sagt Torsten Rekindt, Leiter des Haaner Bauverwaltungsamtes: "Die Quote ist schon seit Jahren so." Bei der Nutzung der Biotonne dagegen haben die Haaner die Nase vor. Mit 121 Kilo pro Einwohner liegt Haan meilenweit über dem Kreisdurchschnitt von 67 kg. "Die Braue Biotonne ist seinerzeit sehr früh eingeführt worden", sagt Kübler: "Wir als AGNU haben das gefordert. Und das zahlt sich heute aus." Grünabfälle werden in Haan nur magere 1 kg pro Kopf eingesammelt. "Hier besteht Handlungsbedarf", meint Kübler: "Andere Kommunen stellen zu gewissen Zeiten Container im Stadtgebiet auf oder machen sogar eine Sammlung vor Ort wie etwa Wülfrath." In Hilden werden über die Biotonne 73 kg und weitere 30 kg Grünabfälle über die Haushalte oder Anlagen eingesammelt. "Mit diesen 103 kg liegt Hilden noch leicht unter dem Landesdurchschnitt von 109 kg/Einwohner", ordnet Berndt ein: "Das ist für die hohe Einwohnerdichte Hildens ein guter Wert. Haan hat viel mehr Ein- und Zweifamilienhäuser und eine ganz andere Siedlungsstruktur." Die Bundes- und Landesregierung denken über einen Anschlusszwang für die Biotonne nach. Der Hildener Abfallberater hält das für keine gute Idee: "Dann könnte bei unserer dichten Bebauung viel Müll in der Biotonne landen, der dort nicht reingehört. Und darunter leidet dann die Qualität des Bioabfalls." Bernd verweist auf den gelben Sack/gelbe Tonne: "Im Geschosswohnungsbau haben wir dort eine Fehleinwurfquote von bis zu 50 Prozent." Aus den Bio- und Grünabfällen macht der Kreis in seiner Anlage Qualitätskompost. Die besten Abnehmer im Kreis sind die Hildener. Sie kauften 2014 genau 1268 Kompostsäcke.

Quelle: RP
 
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