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Kreis Mettmann
Auch Einbrecher machen Sommerurlaub

Kreis Mettmann. Die Kreispolizei Mettmann veröffentlicht jetzt aktuelle Zahlen aus ihrer laufenden Statistik. Von Christoph Schmidt

Die Kriminalitätsstatistik ist Chefsache. Zuerst gibt der Landesinnenminister seine Zahlen für NRW bekannt. Dann kommt Landrat Thomas Hendele als Chef der Polizeibehörde mit den Daten für den Kreis Mettmann. Das ist jetzt anders. Die Polizeibehörden im Land stellen ab sofort aktuelle Zahlen aus ihrer laufenden Kriminalstatistik ins Internet. Damit will Landesinnenminister Ralf Jäger den Einsatz der Polizei für die Sicherheit der Bürger "noch transparenter" machen. Die RP hat sich die Zahlen angeschaut. Sie sind von Juli 2016 und bilden das Kriminalitätsgeschehen nur im Kreis insgesamt ab. Warum gibt es keine Zahlen für die zehn einzelnen Kreisstädte? "Das ist eine Landesvorgabe", sagt dazu Ulrich Rüthers, stellvertretender Kirminaldirektor der Kreispolizei Mettmann. 718 bekannt gewordene Fälle von Straßenkriminalität weist die Kreispolizei für den Juli 2016 aus. Darunter versteht man alle Taten im öffentlichen Raum - vom Handtaschenraub über Autoaufbrüche bis zur Vergewaltigung. Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Straßenkriminalität im Kreis (rund 500.000 Einwohner) gesunken: Vor einem Jahr wurden 854 Fälle registriert, vor fünf Jahren 958 und vor zehn Jahren 794. Bei der Einordnung der Zahlen hilft auch ein Vergleich mit der benachbarten Landeshauptstadt Düsseldorf (680.000 Einwohner). Dort wurden im Juli 2016 mehr als doppelt so viele Fälle (1853) angezeigt: vor fünf Jahren sogar 2853.

Wohnungseinbrüche beschäftigen die Menschen in besonderer Weise. Weil fast jeder jemanden kennt, der schon Opfer eines Wohnungseinbruchs wurde. Und weil sich immer mehr selbst in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher fühlen. Von Januar bis Juli ist die Zahl der Wohnungseinbrüche im Kreis kontinuierlich von 258 auf 67 gesunken. Im Juli 2015 zählte die Polizei 96 Fälle, vor fünf Jahren 55 und vor zehn Jahren 47 im Kreisgebiet. "Einbrecher arbeiten am liebsten im Herbst und im Winter, weil es dann früher dunkel ist", erklärt Rüthers: "Von O (ktober) bis O(stern) könnte man sagen - wie bei den Winterreifen." Vor zehn Jahren betrug die Aufklärungsquote 6,38 Prozent. Da hat sich die Polizei deutlich gesteigert. In diesem Jahr schwankt die Aufklärungsquote zwischen 17,4 und 37 Prozent. Hintergrund: Wenn die Ermittler einen Täter festnehmen und ihm mehrere Einbrüche nachweisen können, steigt auch die Aufklärungsquote.

Kreisweit ist zwar die Zahl der Wohnungseinbrüche gesunken, nur in Hilden und in Haan nicht. Dort ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in den ersten fünf Monaten um 38 Prozent (Hilden) und 72 Prozent (Haan) gestiegen, so Kriminaldirektor Johannes Hermanns. Das geht aus den veröffentlichten Zahlen nicht hervor. "In Hilden hatten wir bis einschließlich Juli 106 Wohnungseinbrüche (Vorjahreszeitraum: 105)", hat Rüthers recherchiert: "In Haan 105 (79)." "Die Linie flacht ab", schließt er daraus.

31 Taschendiebstähle weist die Polizeistatistik für Juli aus. Ihre Zahl schwankt in diesem Jahr von Monat zu Monat zwischen 23 und 47. Im Juli-Vergleich vor einem Jahr (55) und fünf Jahren ist die Zahl der Taschendiebstähle drastisch zurückgegangen. Im Vergleich zu Düsseldorf ist der Kreis ein sicheres Pflaster. In der Landeshauptstadt zählte die Polizei im Juli 629 Fälle - im Januar sogar 1313.

Hilden ist eine Fahrrad-Stadt. Leider werden hier auch viele Fahrräder gestohlen. Die Polizei weist 170 Fahrraddiebstähle im Juli für den ganzen Kreis Mettmann aus: Das ist fast der Höchststand in diesem Jahr (Juli: 176). Das ist nicht verwunderlich. Im Sommer wird am meisten Rad gefahren. Interessant ist der Vergleich mit den Vorjahren. Juli 2015: 229 Fahrraddiebstähle, Juli 2011: 241. Das lässt darauf schließen, dass Räder offenbar besser gesichert werden. Auch die Aktion "Block-it" der Kreispolizei zeigt offenbar Wirkung. Die Räder werden registriert und erhalten eine Plakette in der Form eines Kraftfahrzeugkennzeichens. Sie lässt sich nur schwer wieder entfernen. Der Aufkleber der Polizei soll jedem potenziellen Fahrraddieb auffällig signalisieren, dass ein Diebstahl zwecklos ist. Jedes codierte Fahrrad wird in einer Datenbank erfasst und kann so jederzeit seinem Eigentümer wieder zugeordnet werden.

Quelle: RP
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