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Hilden
Banken warnen: Mehr Falschgeld im Umlauf

Woran erkenne  ich "falsche Fuffziger"?
Woran erkenne ich "falsche Fuffziger"? FOTO: ddp
Hilden. Sie sind auch im Hildener Einzelhandel angekommen: falsche Fünfziger und Zwanziger - die meistgefälschten Banknoten. Von Alexandra Rüttgen

Und am Ende blieb er auf seinem Schaden sitzen: Als Carsten Weißbrich von "Knaacks Büdchen" in Hilden seine Tageseinnahmen zur Bank brachte, da spuckte das Geldzählgerät in dem Kreditinstitut einen falschen Fünfziger aus. Welcher Kunde damit bezahlt hatte, war für den Mitarbeiter des Kiosks nicht mehr festzustellen. Also musste er den Betrag als Verlust verbuchen. Denn: "Für Falschgeld gibt es keinen Ersatz", sagt Holger Kleine von der Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert. Wer eine Blüte erkennt, gibt sie am besten an seine Hausbank weiter. Doch der Geschädigte erhält weder von Bank noch vom Staat einen Ersatz.

Falschgeld oder echte Banknote? FOTO: rpo/Vassilios Katsogridakis

In Deutschland ist laut Bundesbank die Zahl der Blüten angestiegen. Sie hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres rund 50 500 falsche Euro-Banknoten im Wert von 2,2 Millionen Euro registriert. Die Zahl der Fälschungen stieg damit im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2014 um 31 Prozent. Das macht sich auch in Hilden bemerkbar: "Auch wir können von einer Steigerung der entdeckten Taten berichten", sagt die Sprecherin der Kreispolizei Mettmann, Nicole Rehmann. Genaue Zahlen veröffentlicht die Polizei erst in ihrer Bilanz Ende des Jahres. "Aber auch wir liegen in dem bundesweiten Trend", versichert Rehmann.

Das bestätigt auch die Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert. Haben ihre Mitarbeiter vergangenes Jahr beim Nachprüfen an jedem einzelnen Geldzählautomaten jeweils eine Blüte entdeckt, so sind es in diesem Jahr statistisch gesehen schon anderthalb, berichtet Kleine. Spucken die Geldzähl- und Prüfautomaten eine Blüte aus, "so sind wir gesetzlich dazu verpflichtet, verdächtiges Geld an die Bundesbank oder klar als Falschgeld identifizierte Banknoten an die Polizei auszuliefern". Kunden, die ihr Geld zur Verbuchung auf dem Konto einliefern, erhalten dann einen schriftlichen Hinweis.

Michael Klapdor vom Hildener Reifenhandel R+R prüft einen 50-Euro-Geldschein mit einem speziellen Gerät. FOTO: Ralph Matzerath

Der Handel versucht sich zu schützen und schafft sich Prüfgeräte an. Die günstigsten sind für 30 Euro zu haben, inklusive Zählfunktion können sie 800 Euro und mehr kosten. Eines davon ist im Hildener Fachhandel "R+R Reifen und Räder" in Benutzung. Es prüft die Geldscheine mit UV-Licht. In echten Banknoten befinden sich Fasern, die unter der Strahlung in den Farben rot, grün und blau hell leuchten. "Wir benutzen das Gerät, um große Scheine zu 500 Euro zu testen", sagt Lutz Hillmann von R+R. Mitarbeiter Michael Klapdor zeigt, wie's geht: Einfach den Geldschein in das Gerät stecken. Allerdings ist es sinnvoll, auch 20- oder 50-Euro-Banknoten zu prüfen, raten Fachleute. Denn gegenüber dem Vorjahr haben sich Fälscher mit einem Anteil von fast 90 Prozent noch stärker auf Banknoten der Stückelungen 20 und 50 Euro konzentriert. Sie machen in Deutschland 82 Prozent des Falschgeldaufkommens aus.

Daher wird auch bei "Knaacks Büdchen" jeder 20- und 50-Euro-Schein auf seine Echtheit geprüft. Das macht Sinn, rät die Kreispolizei: "Die meisten Blüten haben Geschäfte und Dienstleister, die keine Falschgeldprüfgeräte benutzen", betont Sprecherin Rehmann. Uwe Schmidt, Leiter des Privatkundenbereichs der Volksbank Remscheid-Solingen, rät zudem, sich die Sicherheitsmerkmale der Euro-Banknoten gut einzuprägen.

Zurzeit gibt die Bundesbank schrittweise Banknoten mit neuen Sicherheitsmerkmalen heraus. Der neue Zwanziger soll im November dieses Jahres in Umlauf gehen.

Quelle: RP
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