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Hilden
Bürger erkunden die Waldkaserne

Hilden. Hunderte wollten gestern wissen, wer die Soldaten hinterm Zaun sind und was sie eigentlich machen. Von Christoph Schmidt

Der letzte Tag der offenen Tür liegt sage und schreibe 25 Jahre zurück. Deshalb nutzten gestern hunderte die Gelegenheit zu einem Besuch in der Waldkaserne. So wie Renate Löcke. "Ich bin neugierig, deshalb bin ich hier", gestand die Haanerin: "Mich interessiert, wie die Bundeswehr so lebt. Ich bewundere die Frauen, die dienen." "Alt, aber sehr gepflegt und ziemlich groß", so der erste Eindruck von Helmut Schmahl: Und damit meint er nicht die Soldatinnen, sondern die Waldkaserne.

Andere haben einen persönlichen Bezug zur Waldkaserne. So wie Gordon Pawlik. Der 50-jährige ist Berufssoldat beim Heer in Niederbayern - und besucht gerade seine Eltern in Hochdahl: "1989 war ich für einen Vier-Wochen-Lehrgang in der Waldkaserne. Sie ist wirklich schön grün." Als Pawlik vom Tag der offenen Tür las, sagte er zu seiner Mutter: "Da gehen wir hin. Da gibt es leckere Erbsensuppe. Und wie schmeckt's? "Wirklich hervorragend", bestätigt seine Mutter.

Andreas Vogel (40) aus Haan wollte seiner Frau einmal zeigen, wo er vor 19 Jahren seinen Grundwehrdienst (damals zehn Monate) als Fernmelder abgeleistet hat. Tanja Vogel ist gerne mitgegangen. "Man sieht die Kaserne ja immer nur von der Straße aus. Alt und sehr imposant", meint die 34-Jährige bei einem Blick in die Runde. Dass jetzt auch Frauen bei der Bundeswehr dienen können, findet sie super: "Für mich persönlich wäre das aber nichts.

" Genau darüber denkt gerade Jessia nach. Die 20-jährige Hildenerin hat gerade ihr Abitur bestanden. Sie möchte Wirtschaftspsychologie studieren, hat aber keinen Platz bekommen. Deshalb hat sie sich jetzt über den freiwilligen Wehrdienst informiert. "Ich könnte sieben bis 23 Monate dienen und damit die Wartezeit überbrücken", überlegt sie. Jessica hat auch schon einmal daran gedacht, Polizistin zu werden. Deshalb findet sie die Feldjäger, die Militärpolizei der Bundeswehr, besonders interessant.

Sie hat sich viele Infobroschüren mitgenommen und will die erst mal genau studieren: "Und dann muss ich ja erst mal die Aufnahmeprüfung schaffen." Patrick Mundry ist Feldjäger und in der Waldkaserne stationiert. Er arbeitet dort als IT-Systemelektroniker. Die Lehre hat der 25-jährige Zeitsoldat bei der Bundeswehr gemacht. Und jetzt will der Mönchengladbacher noch den Meister dranhängen. "Jede Firma sucht IT-Spezialisten", meint der junge Mann.

Deshalb rechnet er sich beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt aus, wenn sein Dienstvertrag 2022 endet. Der Dienst in der Waldkaserne sei "sehr angenehm, sehr familiär": "Ich verbringe mit meinen Kameraden auch viel Freizeit. Mein bester Freund ist auch bei der Bundeswehr." "Wir freuen uns, dass Sie da sind und möchten mit ihnen ins Gespräch kommen", begrüßt Oberst Harald Wegener, Kommandeur des Feldjägerregiments 2, die Besucher.

Seine Soldaten haben sich viel Mühe gegeben, um ihren Alltag und ihren oft gefährlichen Auftrag anschaulich zu machen. Die Militärpolizisten sind bei praktisch allen Auslandseinsätzen dabei. "Für die Hildener Bürger ist es wichtig, die Soldaten in der Waldkaserne kennenzulernen und umgekehrt auch", betont Bürgermeisterin Birgit Alkenings: "Denn die Soldaten sind Bürger unserer Stadt in Uniform." Schon 1989 hat die Stadt Hilden eine Patenschaft über die Soldaten der Waldkaserne übernommen.

Das ist schon ziemlich außergewöhnlich.

Quelle: RP
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