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Hilden
Caelo produziert in neuen Hallen

Hilden: Caelo produziert in neuen Hallen
Blick in eine der Kammern: Yvonne Schuckel und Ania Cyron (v.li.) arbeiten in der Drogen-Abfüllung. Die roten Tüten und Schriftzüge auf den Etiketten sind ein Erkennungszeichen der Caelo-Produkte. FOTO: Matzerath Ralph
Hilden. Der Pharmazulieferer investiert einen zweistelligen Millionenbetrag in moderne Technik und den Ausbau. Von Gökçen Stenzel

Juliane Reinges ist nicht zufrieden. Sie ist begeistert. Von der Größe und schlichten Schönheit der neuen Gebäude "ihres" Unternehmens. Seit einem Jahr ist Reinges Geschäftsführerin bei Caesar&Loretz, einem der in Hilden sitzenden global agierenden Unternehmen. Seitdem wurde an der Herderstraße die alte Lagerhalle abgerissen, sind drei neue Gebäude samt angepasster Technik darin in die Höhe gezogen worden. Reinges kann bereits beurteilen, dass das Arbeiten und das Klima darin unvergleichbar viel besser als die alten Zustände sind: Die 150 Mitarbeiter von Caelo Hilden sind bereits Ende April in die neuen Räume gezogen. Gestern hat der Pharmazulieferer sie offiziell in Betrieb genommen.

Bei Führungen rund um Produktion und Technik überzeugten sich geladene Gäste von den hohen Qualitätsstandards bei dem größten deutschen Zulieferer für Apotheken und Krankenhäuser. Nach wie vor liefert Caelo pharmazeutische Grundstoffe an Apotheken und Krankenhäuser - von Pfefferminzblättern für medizinisch wirksamen Tee bis hin zu Methadon, dem Ersatzstoff für Heroin. Salben, Salbengrundlagen, Öle, Drogen- und Teemischungen stellt das Unternehmen selbst her. "Andere Grundstoffe lassen wir anliefern, prüfen sie auf ihre Qualität und füllen dann große Gebinde auf kleinere Packungen um", erklärt Dr. Ulrich Beckmann von Caelo. Allerdings sind die Anforderungen an die Qualität und die Hygiene der Grundstoffe und der Drogen so hoch, dass es mit ein bisschen Abfüllen nicht mehr getan ist. Die Kammern, in denen von Hand oder halbautomatisch gearbeitet wird, werden durch Druck- und Frischlufttechniken so sauber gehalten, dass Keime keine Chance haben. Mitarbeiter und Waren durchlaufen mehrere Schleusen, bis sie am Platz und wieder heraus sind. Das ist auch der Grund, warum die Besucher gestern nur bis vor die Kammern gebracht werden konnten. Durch die hohen Fenster waren Einblicke möglich, mehr nicht.

Caelo besteht seit 135 Jahren, hat seinen Sitz seit 1959 in Hilden. Daneben gibt es noch einen Zweig in Bonn mit weiteren 65 Mitarbeitern. Der Umsatz liegt bei rund 26 Millionen Euro im Jahr, Geschäftsführer Ulrich von der Linde sieht dabei Luft nach oben. Die erweiterten Räume machen es möglich, eine Anlage von Bonn nach Hilden zu holen. Mit ihr können fette Öle produziert und verpackt werden. Neu ist auch, dass in Hilden nun Reinstwasser (besonders gereinigtes Wasser) produziert werden kann. "Damit kann dieses Produkt in großen Mengen und Einheiten sicher konfektioniert werden", sagt Beckmann.

Überhaupt: große Mengen. Großkunden sind die Pharmakonzerne wie Noweda, Bayer und Phönix. Der am stärksten wachsende Bereich ist der Industriebereich, den Firmengründer Rudolf Caesar 1886 noch nicht im Blick haben konnte. Daneben spielen aber auch die kleinen Margen und Sonderbestellungen von Apotheken und Heilpraktikern eine wesentliche Rolle. Sie müssen sich auf die Reinheit und Qualität der Ware verlassen können.

Die Hildener Familie von der Linde, damals Inhaber eines Pharmagroßhandels und auch heute noch Eigentümer, übernahm Caelo Anfang der 1960er Jahre. Die eigene alte Halle, die seit 2008 leer steht, ist vor Monaten an die Stadt Hilden verkauft worden. Nach einem Umbau soll sie als Flüchtlingsunterkunft dienen, bisher wird sie allerdings nicht gebraucht. Sie steht direkt neben dem neuen, leuchtend roten Caelo-Verwaltungsgebäude.

Quelle: RP
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