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Hilden
Helmholtz-Schüler spießen Absurditäten auf

Hilden. Die Themen des Literaturkurs-Kabaretts reichten vom Bahnstreik bis hin zur Griechenland-Krise. Von Martina Stelter

"So im Fokus zu stehen, ist schon einmalig", stellte Enes Kocaman nach der Show stolz fest. Der große Saal war restlos ausverkauft, als fünfzig Schüler des Helmholtz-Gymnasiums unter dem Titel "Alle Tassen im Schrank!" die Absurditäten des gesellschaftlichen Alltags äußerst amüsant und treffsicher aufs Korn nahmen. So führten die energiegeladenen jungen Schauspieler der "Helmholtzköpfe" in ihren selbstverfassten Szenen satirisch überspitzt, aber erschreckend glaubhaft, unter anderem das Arztwartezimmer der Zukunft vor: Kassenpatienten werden der Effizienz und Kostenersparnis wegen via Lautsprecher von einer Computerstimme nach ihren Symptomen befragt, um im Anschluss - höchst öffentlich - peinliche Diagnosen gestellt zu bekommen. Die Jugendlichen präsentierten ihre politisch aktuellen Kabarettszenen über Inhalte wie den Bahnstreik und die Griechenlandkrise im Wechsel mit pfiffigen Kurzfilmproduktionen: Die raffiniert gedrehten und geschnittenen Filmbeiträge überraschten die Zuschauer vor allem durch ihre unerwarteten Wendungen und verblüffenden Ideen. Den gelungenen Abschluss bildete eine effektvolle Schwarzlichtchoreographie: Weiße Gestalten entstiegen überdimensionalen Tassen, warfen ihre Köpfe wie Ballons von sich, bis die unsichtbaren Akteure schließlich ein Feuerwerk aus neonfarbenen Hüten in die Luft zauberten. Das Publikum honorierte die beachtliche Leistung des Literaturkurses unter der Regie von Verena Wilkes mit einem nicht enden wollenden Applaus.

"Jetzt will man am liebsten gleich noch mal eine Aufführung starten", begeistert sich Josua Marques Pais, der mit ebenso überzeugender Leidenschaft spielte wie beispielsweise Matthis Schnittker und Joshua Nguyen. "Das ist richtig gut fürs Selbstbewusstsein, so über sich hinauszuwachsen", resümiert Marcel Michalik seine Erfahrungen und zeigt damit, dass die intensive künstlerische Arbeit des letzten Jahres nicht nur eine besondere Gemeinschaft unter den Jugendlichen geschaffen hat. Der Erfolg macht auch für die Zukunft Mut, weil man "das Gefühl hat, dass man was kann".

Quelle: RP
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