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Selfie Mein Lieblingsplatz (1)
Hier kommt die Seele zur Ruhe

Selfie Mein Lieblingsplatz (1): Hier kommt die Seele zur Ruhe
RP-Redakteurin Alexandra Rüttgen vor dem alten Pfarrhaus. FOTO: arue
Hilden. Mit dieser Folge startet unsere neue Serie "Mein Lieblingsplatz". Auch Leser können sich daran mit Bild und Text beteiligen. Von Alexandra Rüttgen

Ankommen in Gruiten-Dorf, das heißt, ankommen in einer anderen Welt. Einer Welt, die der Seele gut tut. Der historische Stadtkern ist geprägt von malerischen Fachwerkhäusern, die ihre Bewohner aufwendig restauriert haben und liebevoll pflegen und dekorieren. Bei einem kleinen Rundgang fallen viele schöne Details auf. Hier ein paar Gummistiefel, in denen Heidekraut steckt. Dort eine Gruppe von Fliegenpilzen aus Keramik, die in einem Fensterrahmen stehen. Geschmackvoll dekorierte Pflanzenkübel. Malerische Kränze an massiven, hölzernen Türen. Darunter ein bergischer Löwenkopf als Klopfer. Die Düssel, die durchs Dorf plätschert, macht die Idylle perfekt. Schöner kann ein Lieblingsplatz kaum sein.

Die Düssel.

Wenn ich in Gruiten-Dorf bin, besuche ich auch beide Kirchen. Beide haben eine ganz eigene Atmosphäre. Die Evangelisch-Reformierte, eingerahmt von zwei Fachwerkhäusern, wirkt wegen ihrer weiß lackierten Kirchenbänke im Innenraum leicht und beschwingt. Beeindruckend die hölzerne, reich verzierte Kanzel. Sehenswert auch der Balken unter der Orgel, in den mit goldenen Lettern Bibelsprüche eingelassen sind. "Seid aber Thäter des Worts und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget" (Jakobus 1,22) - das ist ein Satz, über den man im stillen Kirchenraum nachdenken kann.

Die katholische Kirche St. Nikolaus wirkt im Innenraum dunkler, aber nicht weniger einladend. Sie ist ein Hort der Ruhe und inneren Einkehr. Ihr Duft aus erkaltetem Weihrauch und dem verbrannten Stearin von Kerzen ist Inbegriff von Heimat. Wer hier sitzt, kommt nach ein paar Minuten ganz automatisch zum Gebet.

Fliegenpilze aus Keramik

So viel Schönes wäre noch zu sagen. Sehenswert ist auch das "Haus am Quall", das durch den Förderverein restauriert und erhalten wurde - ein Paradebeispiel für bürgerschaftliches Engagement. Wer mag, kann Gruiten-Dorf auch als Ausgangspunkt für Wandertouren auf dem Neanderlandsteig oder dem Bergischen Weg nutzen. Und danach im gemütlichen "Café im Dorf" einkehren. Es ist samstags von 14.30 bis 18 Uhr und sonntags von 13.30 bis 18 Uhr geöffnet. Adresse fürs Navi: Pastor-Vömel-Straße 20, 42781 Haan.

Heidekraut in Gummistiefeln
Quelle: RP
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