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Hilden
Historisches Hilden zum Anfassen

Hilden. Das Motto in diesem Jahr: "Handwerk, Technik, Industrie". Von Merlin Bartel

Auf einmal wird es laut: Riesige Maschinen, Kessel und Räder setzen sich in Bewegung, und vom Erdgeschoss bis in die zweite Etage der Kornbrennerei wummert es. Anlässlich des Tages des offenen Denkmals wurde die historische Dampfmaschine am Wilhelm-Fabry-Museum gestern angeschaltet. Der europaweite Aktionstag, an dem sich Hilden beteiligte, stand unter dem Motto "Handwerk, Technik, Industrie". Ziel der Aktion ist es, die Bedeutung industrieller und technischer Denkmale zu verdeutlichen.

"Viele Menschen besichtigen auf Reisen Museen, aber vergessen dabei häufig, was es vor der eigenen Haustür zu bestaunen gibt", sagte Sandra Abend, Kuratorin des Wilhelm-Fabry-Museums, und fügte hinzu: "Gerade deshalb ist der Tag des offenen Denkmals so wichtig." Die Kampagne lockte dabei eine bunte Mischung von Besuchern an: Sowohl Stammgäste als auch junge, interessierte Besucher waren darunter - alleine bis zum Mittag besichtigten mehr als 50 Personen die historische Kornbrennerei.

Michael Hirschfeld: "Ich finde die Dampfmaschine und die vielen technischen Abläufe spannend. Es ist beeindruckend zu sehen, wie hier früher produziert wurde." - "Mich interessiert sehr, wie die Abläufe hier funktionieren. Ich habe nämlich als junger Mann selbst den hier gebrannten Piepmatz getrunken", erklärte Walter Reichelt mit einem Schmunzeln. Ebenfalls unter den Gästen war Christine Eisenblätter mit ihrer Familie: "Wir kommen aus Hilden, aber Sehenswürdigkeiten in der eigenen Stadt vernachlässigt man leider oft." Die Kornbrennerei nahe der heutigen Hildener Innenstadt wurde 1864 erbaut und betrieben, bis wirtschaftliche Gründe sie 1979 zur Schließung zwangen.

Im Rahmen des Tages des offenen Denkmals standen in Hilden und den umliegende Städten weitere Punkte auf dem Programm. Im Haus Hildener Künstler wurden die Werke der Künstlerin Lidia Gorden ausgestellt, in der Reformationskirche gab es eine Führung durch das Gebäude mit Informationen zur Neugestaltung der Orgelempore.

Doch auch Architekturinteressierte kamen auf ihre Kosten: Sowohl im 1900 erbauten Haus an der Walder Straße 24a als auch im schiffsähnlichen Bürogebäude an der Forststraße 2 und in den zahlreichen Fachwerkhäusern im Stadtzentrum erlebten die Besucher eine Reise in die Vergangenheit.

Quelle: RP
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