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Kolumne Calm Down (15)
Kleine Pause vom Alltag im Eiscafé

Kolumne Calm Down (15): Kleine Pause vom Alltag im Eiscafé
Raphael lässt sich seinen Eisbecher schmecken - immerhin gab's draußen ja zweistellige Temperaturen. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Überlaufen ist das "San Marco" am Warrington Platz am frühen Nachmittag nicht gerade: Zwei Italiener beäugen ihre Handys, ein älterer Mann hält sich an seinem Kaffee fest und ein Grüppchen Rentnerinnen, das nach und nach anwächst, bestellt heiße Getränke.

Draußen sitzt bei diesem regnerischen Wetter niemand mehr, trotz der Decken, die für fröstelnde Gäste bereitliegen. Es ist eher Zeit für ein Heißgetränk, als für ein kaltes Eis, das sich Raphael schmecken lässtDas Eiscafé schmückt sich in der Vorweihnachtszeit mit zwei Nikoläusen, die einen Christbaum in ihrer Mitte haben. Der eine Weihnachtsmann könnte mit seinen grellen Farben der Werbung eines amerikanischen Getränkeherstellers entsprungen sein, der andere hält Geschenke in den Armen, mit denen er rudernde Bewegungen macht und dazu nickt. Er ähnelt den Weihnachtsmännern, die in den Schaufenstern der Spielzeuggeschäfte bei Kindern Begehrlichkeiten wecken.

Die eigentliche Attraktion ist aber die Nikolaussammlung in der gläsernen Vitrine vor der Kasse: An die hundert Weihnachtsmänner sind dort liebevoll ausgestellt. "Die sammeln wir seit mehreren Jahren", erklärt die Bedienung auf Nachfrage. Es gibt große und kleine Nikoläuse mit und ohne aufgemalte Geschenke oder solche, deren Bauch als Trommel für andere Süßigkeiten dient. Auch eine Blechweihnachtsbaumdose ist dazwischen. Highlights der Sammlung sind der Borussia-Dortmund-Nikolaus in den Vereinsfarben schwarz-gelb und der goldene Hase mit der Weihnachtsmütze über den langen Ohren, der dem Betrachter frech zuzwinkert.

In dieser Umgebung lässt es sich bei Tee, Kaffee, Kakao oder Eis prima Zeitung lesen: Zur Wahl stehen die Rheinische Post, Bild, Express oder eine italienische Tageszeitung. Gestört wird man bei der Lektüre nicht, obwohl sich die Stammgäste im Rentenalter lebhaft unterhalten. Man kann sie nämlich akustisch nicht verstehen, weil das Radio läuft und das Geschirr in der Küche klappert. ilpl

Quelle: RP
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