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Kreis Mettmann
Trend: Kunden kaufen lebende Hühner für den eigenen Garten

Kreis Mettmann. Geflügelzüchter kommen alle paar Wochen mit der gefiederten Fracht auf den Hof der Raiffeisenmärkte im Kreis.

Ungeduldig wartet Ingeborg Beckershoff auf den Transporter mit dem Federvieh. Die Mettmannerin hat drei Wachtelweibchen bestellt. "Seit Januar haben wir ein Pärchen. Ein junger Mann hat sie zum Geburtstag bekommen, wusste aber in seinem Appartement ohne Balkon nicht wohin mit den Tieren."

Wochenlang campierten Carmen und Robert auf Gut Katers im Flur, weil es draußen noch zu kalt war. Inzwischen sind sie in eine eigens gebaute Villa umgezogen. "Doch der Hahn pickt die ganze Zeit auf der Henne herum. Er braucht einen größeren Harem. Deshalb bin ich heute hier", betont Ingeborg Beckershoff.

Geflügelzüchter Andre Eickhölter rollt alle zwei Wochen mit seiner gefiederten Fracht auf den Hof des Raiffeisenmarktes Wülfrath. Dort erwarten ihn in der Regel eine lange Reihe von Kunden mit Kisten und Körben, um Hühner, Enten, Gänse oder Wachteln in Empfang zu nehmen. "Die meisten sind Hobbyhalter. Sie kaufen im Schnitt drei bis acht Tiere. Wenn sie schon anfangen, durch den Karton mit ihnen zu sprechen, weiß ich, dass sie es dort gut haben", berichtet der Züchter aus dem Kreis Gütersloh. Er fährt noch den Markt in Heiligenhaus an, setzt seine Tour dann weiter über Wuppertal nach Norden fort. Wenn er sich auf den Rückweg macht, sind die meisten der 250 Tiere verkauft.

Das gilt genau so auch für den Verkauf auf dem Hof des Marktes in Erkrath. Dorthin liefert der Geflügelzüchter Reinhard Franzsander aus Niedersachsen jeden zweiten Samstag seine lebende Ware. Begonnen hat er damit vor mehr als fünf Jahren, das Geschäft blüht. "Sowohl wir als auch der Raiffeisen-Markt profitieren", erzählt Franzsander. "Wir haben einen geeigneten Verkaufsplatz mit Publikumsverkehr, der Markt kann direkt das Geflügelfutter und anderes anbieten. Irgendetwas brauchen die Leute ja immer." Im Schnitt zählt er 50 Kunden pro Verkaufstag, im Frühjahr deutlich mehr, im Hochsommer weniger. Und was machen die Leute mit dem Federvieh? "Sie kaufen es für sich selbst." Erst picken im Garten, später werde geschlachtet. Viele seien aber auch an den frischen Eiern interessiert.

"Das Geflügel sollte klare Augen, keinen Ausfluss aus Nase und Schnabel haben und die Krallen sollten nicht zu lang sein", betont Amtstierarzt Dr. Norbert Kruse. Er rät, sich zunächst entsprechende Kenntnisse anzueignen, bevor das Federvieh einzieht.

(domi/gök)
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