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Unicef-Gala: Die Geschichte geht weiter

Hilden: Unicef-Gala: Die Geschichte geht weiter
FOTO: Hans-Juergen Bauer (hjba)
Hilden. Die Commerzbank und Bürgermeisterin Birgit Alkenings haben gestern den Vertrag für die 35. Gala unterschrieben. Von Christoph Schmidt

Die Jubiläums-Gala ist unter Dach und Fach. Gestern haben Bürgermeisterin Birgit Alkenings und Heribert Bohnen, Commerzbank-Niederlassungsleiter für die Kreise Neuss und Mettmann, den Vertrag für die 35. Auflage der Benefiz-Veranstaltung für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen unterzeichnet.

Es wird ein "Best of" aus 35 Jahren Unicef-Gala in Hilden geben. Fest zugesagt hat Musical-Weltstar Stephanie Reese. Die Gala ist in mehrfacher Hinsicht einzigartig, sagt ihr Gründer Heribert Klein: "Sie ist die älteste, kontinuierliche Unicef-Gala in Europa, wenn nicht in der ganzen Welt." Und es gibt wohl keine zweite Wohltätigkeitsveranstaltung, bei der man für nur 30 Euro so viele Weltstars erleben kann. Die Commerzbank ist der Hauptsponsor der Gala. Ohne den Netzwerker Heribert Klein freilich und seine Künstler-Kontakte wäre sie nicht möglich.

Wie kam die Unicef-Gala 1982 eigentlich nach Hilden? In Köln und Düsseldorf gab es schon viele Veranstaltungen, erzählt Klein: "Ich hatte von Bürgermeisterin Ellen Wiederhold in Hilden gehört. Dass sie einen Jaguar als Dienstwagen fährt, den sie selbst bezahlt." Das machte den damaligen PR-Chef der Bank für die Region Düsseldorf neugierig. Die Stadt Hilden sollte die Stadthalle und einen guten Flügel zur Verfügung stellen, war sein Vorschlag.

"Frau Wiederhold griff zum Telefon, rief bei einem bekannten Händler in Düsseldorf an und bestellte einen großen Steinway-Flügel." Klein: "Ich bin fast vom Stuhl gefallen." Die 182.000 Mark hat Ellen Wiederhold aus eigener Tasche bezahlt. Ihr Flügel steht noch heute in der Stadthalle. "Steven Harrison (Direktor der Deutschen Oper am Rhein) hat gesagt, der ist den Betrag heute in Euro wert - wegen seiner Klangfarbe."

Zur ersten Unicef-Gala kamen 360 Zuschauer, Einnahme 4770 Mark. Ab 1985 war die Stadthalle mit 700 Plätzen ausgebucht.

1992 wurde die Platzzahl mit zwei Terminen auf 1400 verdoppelt. "Unser Traum war, in zehn Jahren 100.000 Mark für Unicef einzunehmen", erinnert sich Klein: "In nun 34 Jahren haben wir 3,1 Millionen Euro oder knapp 6,1 Millionen Mark erreicht - weit mehr als wir je zu hoffen gewagt hatten." "Mister Unicef-Gala" hat es geschafft in dieser Zeit sage und schreibe 237 Stars aus 87 Nationen nach Hilden auf die Bühne zu holen. Viele werden Mitglieder der "Unicef-Familie".

Im Internet gibt es eine exklusive Hildener Unicef-Gruppe. "Herr Klein lebt die Unicef-Gala", sagt Bürgermeisterin Birgit Alkenings: "Deshalb funktioniert das auch so gut. Für Hilden ist die Gala ein kulturelles Highlight.

Außergewöhnliche Künstler in familiärer Atmosphäre: Das gibt es nur in Hilden." Für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen hat sich Klein immer wieder Neues einfallen lassen.

Wie die Aktion "Ein Herz für Unicef": Prominente oder bekannte Künstler bemalen ein Holzherz für Unicef.

In 15 Jahren konnte Klein 274 Herzen für 670.000 Euro versteigern. Die nächste Auktion ist am 6. November. 23 Künstler aus 23 Nationen haben sich beteiligt, darunter Nagelkünstler Günther Uecker, Herman van Veen, Rosemarie Trockel, Tony Cragg, Udo Lindenberg und Bert Gerresheim. Es wird wahrscheinlich die vorletzte Herz-Aktion.

Die Herzen stammen von Holzschnitzer Stephan Gappmeier aus Filzmoos. Er starb vor kurzem bei einem Verkehrsunfall. Vorher hatte er Klein noch unangekündigt 30 Herzen geschickt. Für Klein ist das wie ein Vermächtnis: "Ohne ihn möchte ich die Aktion nicht weiterführen."

Quelle: RP
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