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Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Wahlergebnis erstaunt alle - nur die Grünen nicht

Hilden. Was für ein Start in diese Woche! Die alte Landesregierung ist sang- und klanglos abgewählt, die Grünen erleben in ihren einstigen Hochburgen eine krachende Niederlage nach der anderen.

Eigentlich geht die Geschichte so: Der Wähler wählt - und alle sind hinterher Sieger. Da haben dann Parteien zum Beispiel viel besser abgeschnitten als noch 1952! Oder der Spitzenkandidat wurde einfach nicht verstanden, aber im Prinzip war sein Tun und Lassen doch ganz gut gemeint und von beachtlichem Erfolg gekrönt. Alles eine Frage der Interpretation. Das Drehen und Wenden nach jeder Wahl reizt zum Spotten, an diese rhetorischen Pirouetten ist der Wähler aber, das sind mithin wir alle, gewöhnt.

Umso bemerkenswerter, dass die Grünen in Hilden komplett aus dieser Rolle fielen. Da zeigte sich der Fraktionsvorsitzende Klaus-Dieter Bartel geradezu erleichtert ob der 6 vor dem Komma. Puh, Wiedereinzug in den Landtag zumindest geschafft! So ähnlich sah dies auch die Direktkandidatin Martina Köster-Flashar, die zugleich Geschäftsführerin der Grünen in Hilden ist. "Viele waren erstaunt über das schlechte Ergebnis", sagte sie, "wir allerdings nicht." Soll heißen: Die Grünen an der Basis haben ein sicheres Gespür dafür, was wirklich los ist. Sie sind nicht abgehoben und jetzt schmerzhaft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden. Woran lag es denn? Die ur-grünen Themen, heißt es da, hätten nicht an erster Stelle des Interesses gestanden. Bildung und Schule seien zudem kein dankbares Ressort. Vor allem aber, so Köster-Flashar, "haben wir überhaupt nicht auf die schlechte Ergebnisse der letzten Kommunalwahlen reagiert. Da hat sich schon ein Abwärtstrend abgezeichnet, dem wir hätten begegnen müssen." Veränderung statt Weiterso. Die Hildener hätten ihr Gefühl, ihre Eindrücke, nachdrücklicher nach vorne tragen müssen, um ihrer Partei etwas Gutes zu tun. Die Erkenntnis ist da. Umso unverständlicher wäre es, wenn die Grünen aus dem Kreisverband Mettmann beim Parteitag am Sonntag keinen Neuanfang beantragen würden. Sie müssen auf den Rückzug bisheriger Kabinettsmitglieder drängen, so wie es im Raume steht.

goekcen.stenzel@rheinische-post.de

Quelle: RP
 
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