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Hückelhoven
Bürger äußern Bedenken gegen Haus für Flüchtlinge

Hückelhoven. Bauausschuss vertagt Beschluss für geplanten Neubau an der Myhler Straße. Stadt soll das Gespräch suchen.

Auf dem ehemaligen Zechenparkplatz an der Myhler Straße in Ratheim soll ein Mehrparteienhaus für elf Familien errichtet werden, in dem Asylbewerber untergebracht werden sollen. Darüber hätte in dieser Woche der Bauausschuss der Stadt Hückelhoven entscheiden sollen, jedoch hatten sich Anwohner kurz vor dessen Sitzung mit einem anwaltlichen Schreiben an die Stadt gewandt. Heinz-Josef Kreutzer, Fraktionsvorsitzender der CDU, beantragte daraufhin, den Tagesordnungspunkt zu vertagen und zunächst das Gespräch mit den Bürgern zu suchen sowie die Angelegenheit juristisch zu klären.

"Mir ist wichtig, die Bevölkerung bei solchen Projekten mitzunehmen", begründete Kreutzer die Vertagung. Und Bürgermeister Bernd Jansen betonte, dass die Stadt Hückelhoven grundsätzlich um die Akzeptanz in der Bevölkerung werbe, weshalb auch er vor dem Beschluss des Bauausschusses das Gespräch mit der Nachbarschaft für sinnvoll erachte. Kritisch hinterfragte hingegen Jörg Leseberg, Fraktionsvorsitzender der SPD, weshalb das Vorhaben mit den Anwohnern nicht besprochen wurde, bevor es auf die Tagesordnung des Bauausschusses gesetzt wurde. Kreutzer hatte hierzu das erst kurz vor der Sitzung eingegangene anwaltliche Schreiben als Begründung genannt. Der CDU-Fraktionsvorsitzende wiederum kritisierte an diesem Schreiben, "dass darin zwei Passagen unter die Gürtellinie gehen". So wird laut Kreutzer in den Brief zum einen behauptet, dass die Schaffung von Wohnraum für Flüchtlingen dazu diene, eine Wertsteigerung für ein zurzeit nicht vermarktbares Grundstücks zu erreichen, und wird zum anderen unterstellt, dass das im Interesse eines Ratsmitglieds geschehen solle. Rhetorisch fragte er dazu, ob es verboten sei, geschäftstüchtig zu sein. Dazu fügte er an: "Der Bau eines Flüchtlingsheims ist weder moralisch verwerfbar noch strafbar."

Die Hückelhovener Stadtverwaltung hatte schon im März im Sozialausschuss erklärt, dass sie den Standort an der Myhler Straße in Ratheim für besonders geeignet hält, weil ein Wohnhaus später auch anders zu nutzen wäre: Falls der Bedarf an Flüchtlingswohnungen abklingt, könnte auch an andere vermietet werden.

(spe)
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