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Hückelhoven
Familientreffen der "echten Amis"

Hückelhoven: Familientreffen der "echten Amis"
Abendhimmel über den "Amis" am alten Förderturm: Björn (25 Jahre), Martin (58), Ronny (50) und Jürgen (46) kommen regelmäßig mit ihren US-Cars aus Belgien zu diesem Treffen an Schacht 3 in Hückelhoven. FOTO: JÜRGEN LAASER
Hückelhoven. Rund 170 US-Cars - amerikanische Autos, umgebaut nach eigenen Vorstellungen ihrer Besitzer - haben beim achten Treffen ein Wochenende an Schacht 3 verbracht. Eingeladen hatte der belgische Verein Streetcruisers International. Von Daniela Giess

Günter Hunninck zieht seinen Cowboy-Hut tief in die Stirn. Abends ist es kühl am Schacht. Zeit, die lederne Fransenjacke überzuziehen. Der Kölner (56) hat sich lange auf das Wochenende auf dem früheren Zechengelände gefreut. Für den Kraftfahrer, Spitzname Texas Ranger, der amerikanische Autos liebt und wie Sohn Sascha (35) einen Dodge fährt, eine willkommene Gelegenheit, mit der Familie, zu der auch Ehefrau Marion und die angehende Schwiegertochter Silvana gehören, Gleichgesinnte zu treffen. Und gute Freunde.

Die Reichelts aus Emmerich zum Beispiel, die sich ebenfalls zur "Mum's Custom Party" an Schacht 3 angemeldet haben. Die Wiedersehensfreude ist groß, Gartenstühle werden zwischen den amerikanischen Autos zusammengerückt, man trinkt Bier aus Flaschen und Cola aus Plastikbechern. "Vier Monate haben wir uns jetzt nicht gesehen", erzählt Sascha, der wie sein Vater einen Cowboy-Hut trägt.

Während nebenan gegrillt wird, präsentiert der Mittdreißiger sein fahrbares Reich, den Wohnwagen mit Schlaf- und Aufenthaltsbereich. Die Reichelts und die Hunnincks nutzen ihren dreitägigen Aufenthalt, um die Stadt ein bisschen zu erkunden. Sie schwärmen vom gemeinsamen Abendessen im Restaurant "Mediterran". Vom Spaziergang durch das Gewerbegebiet. Und vom Auftritt der belgischen Rockgruppe "Dukes" im alten Maschinenhaus. Auch bei der Führung durch das Besucherbergwerk wollen sie dabei sein. "Hier wurde früher Kohle abgebaut. Sophia-Jacoba hieß die Grube", klärt Sascha Hunninck seine Familie auf.

Michael und Gerlinde Meier sind rund 260 Kilometer von Groß-Gerau bei Frankfurt angereist. Das Organisatoren-Paar gönnt sich keine ruhige Minute. Begrüßt Teilnehmer, die längst gute Freunde geworden sind, versorgt die Autofans mit frisch aufgebrühtem Kaffee. Familiär seien die Treffen, man kennt sich, sagt Meier. Das Team von Schacht 3 versorgt die Gäste mit Würstchen vom Grill und deftiger Erbsensuppe. Das Frühstück servieren Mitglieder des Fördervereins Schacht 3 in der Maschinenhalle. Viele Teilnehmer sind seit Jahren dabei. Für Dagmar und Detlef Reichelt ist es das zweite Mal nach 2012. "Hier trifft man nette Leute, das Ambiente stimmt", stellt die 52-Jährige fest. Und: "Jeder kennt jeden. Das ist wie Urlaub." Die "Custom Party" in Hückelhoven sei klein und besonders familiär. "In Belgien gab es ein Treffen mit 2000 Fahrzeugen", so Detlef Reichelt.

Im nächsten Jahr wollen sie sich wieder verabreden. Die Hunnincks und ihre Freunde, die Reichelts - in Hückelhoven zur 9. "Custom Party". Sascha Hunninck wird dann wieder "das ganze Programm" buchen: Sich mit seinem dunklen Dodge den Wertungsrichtern stellen mit Chance auf einen der begehrten Pokale. Aus Ohio stammt der Wagen, den sein Vater Günter fährt. Gefunden hat er ihn in Mönchengladbach. "Ein richtiger Ami", sagt Sascha Hunninck, und sein Vater nickt.

Quelle: RP
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