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Hückelhoven
Grünes Licht für Flüchtlings-Bauprojekte

Hückelhoven. Mehrfamilienhäuser in Doveren, Brachelen, Altmyhl, Hilfarth und am Haldenweg. Baubeginn ab Juni. Von Gabi Laue

Fünf Standorte für den Bau von Häusern für drei, neun oder zehn Flüchtlingsfamilien in Ortsrandlagen von Hilfarth, Doveren und Brachelen, auf dem großen Parkplatz gegenüber der früheren Zechen-Verwaltung in Altmyhl sowie am Haldenweg hat der Sozialausschuss in seiner Sitzung am Montagabend einstimmig befürwortet. In Doveren und Brachelen soll schon ab Ende Mai mit dem Bau begonnen werden. Das Vorhaben von Privatinvestoren, am Haldenweg ein Dreifamilienhaus zu bauen, ist bereits bewilligt.

Sozialdezernent Helmut Holländer erinnerte im Ausschuss an das turbulente Jahr 2015, in dem der Stadt 645 Flüchtlinge zugewiesen wurden, allein im November kamen 250 Menschen. Aktuell leben 788 Flüchtlinge in Hückelhoven, am Jahresende 2014 waren es nur 134. Im Rathaus sei es "drunter und drüber" gegangen, meinte Holländer. "Wir haben Flüchtlinge auf dem Flur stehen gehabt, und die Wohnungen waren noch nicht fertig. Die Kollegen haben teils bis Mitternacht gearbeitet." 100 Wohnungen, davon 75 angemietete, hat die Stadt mit Flüchtlingen belegt, und allmählich wird's eng auf dem angespannten Wohnungsmarkt. Daher muss gebaut werden.

Nach massiven Anwohnerprotesten aus Hilfarth waren Baupläne für die Korbmacherstraße verworfen worden. Ebenfalls nicht weiter verfolgt wird die Idee, in Brachelen an der verlängerten Ritzerfeldstraße zu bauen. Holländer sprach von "immensen Beschwerden der Einfamilienhaus-Besitzer". Einige Alternativvorschläge der Anwohner scheiterten an der Ablehnung durch die Grundstückseigentümer. So blieb in Brachelen für den Bau eines Neunfamilienhauses nur ein Areal an der Straße Tenholt. Das aber liegt im Überschwemmungsgebiet der Rur, so kann die Stadt nur mit Auflagen bauen und muss wegfallende Retentionsflächen an anderer Stelle herstellen. Insgesamt rechnet die Stadt mit Kosten von 1,25 Millionen Euro. Festhalten will die Verwaltung an dem im Dezember beschlossenen Standort Hilfarth, Erlenstraße. Dort soll ein Haus für neun oder zehn Flüchtlingsfamilien entstehen. Baut die Stadt selbst, geschieht dies frühestens 2017, oder das Grundstück wird einem Investor verkauft.

Schon im Oktober beschlossen war der Standort Doveren, am Junkerberg. Für den Bau eines Neunfamilienhauses ist eine Ausschreibung auf dem Weg, über die Auftragsvergabe beriet der Bauausschuss gestern Abend. Hier reicht der Haushaltsansatz von 1,175 Millionen Euro nach Schätzung der Verwaltung nicht aus, weil noch Ver- und Entsorgungsleitungen zu verlegen sind und Hangwasser abgefangen werden muss.

Auf dem alten Zechenparkplatz an der Myhler Straße will ein Investor bauen, Detailpläne soll es aber erst im Frühjahr geben. Diesen Standort hält die Verwaltung deshalb für besonders geeignet, weil ein Wohnhaus später auch anders zu nutzen wäre: Falls der Bedarf an Flüchtlings-Wohnungen abklingt, könnte auch an Mitarbeiter der im Industriepark Rurtal ansässigen Firmen vermietet werden.

Wenn der Rat den Vorschlägen ebenfalls zustimmt, will die Stadt vor Erstbelegung die Anwohner durch Rundschreiben unterrichten.

Quelle: RP
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