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Hückelhoven
Trommeln - eine Welt voller Geschichten

Hückelhoven: Trommeln - eine Welt voller Geschichten
Die Schüler der Trommel-Dozenten Stephanie Rosen-Strauch und Guido Strauch treten als Ensemble "Wadaiko RosenStrauch" auf und legten sich beim Konzert in der Hückelhovener Aula mächtig ins Zeug. FOTO: Jürgen Laaser
Hückelhoven. Mehr als 30 trommelbegeisterte Männer und Frauen bilden die Gruppe "Wadaiko RosenStrauch". Konzert in der ausverkauften Aula. Von Daniela Giess

Taiko, japanisches Trommeln - für Stephanie Rosen-Strauch und ihren Ehemann Guido Strauch mehr als nur ein Hobby. Taiko bedeutet für das Paar, das bereits vor rund 15 Jahren von dieser Leidenschaft infiziert wurde, Rhythmus, Energie, Leidenschaft, Sport, Spaß und eine andere Form der Meditation.

Ihre Kenntnisse geben sie weiter, seit sie 2009 in Dalheim-Rödgen ihre Schule für die uralte Form des Trommelns, die bis ins Mittelalter zurückgeht, gründeten. Mittlerweile unterrichtet das Paar seine zahlreichen Schüler in neuen Räumlichkeiten an der Stapper Straße in Heinsberg-Kirchhoven. Zusätzlich werden Workshops und Kurse regelmäßig in Aachen angeboten.

Mehr als 30 begeisterte Trommel-Schüler, die zusammen die Gruppe "Wadaiko RosenStrauch" bilden, entführten jetzt in der ausverkauften Hückelhovener Aula für zweieinhalb Stunden ins Land der aufgehenden Sonne. Mit großen Bambuspflanzen, Leihgaben der Baumschule Hallen, war die Bühne geschmückt. Als Gastgeberin Stephanie Rosen-Strauch das Publikum begrüßte, machte sie deutlich, dass man bei der Programmauswahl auf Vielseitigkeit viel Wert gelegt habe. "Wir wollten es nicht zu taikolastig machen", verriet sie.

Aus diesem Grund wurden zahlreiche befreundete Künstler eingeladen. Nach einer farbenprächtigen Lasershow zu den Klängen der CD "Lichter der Stadt" traten unter anderem die Stepptänzerinnen der Tanzschule Tanzraum Aachen in Aktion. Als bunte Hippie-Mädchen in Schlaghosen ließen sie, begleitet von Trommlern, die 1970er Jahre wieder aufleben. Als "Family Uchi" präsentierte sich das Veranstalter-Paar beim Trommel-Dreiklang mit seiner zehnjährigen Tochter Johanna. Einen ungewöhnlichen Kindergeburtstag mit Hütchen und schrägen Tröten-Tönen feierte man unter dem Motto "Tajobi Pati", arrangiert und choreografiert von Guido Strauch. "Natürlich", "Gewitter", "Vulkan" oder "Schneesturm" hießen die Stücke, die die Frauen und Männer für ihren ersten großen Auftritt unter dem bezeichnenden Motto "Summer Night of the Drums" in der Aula vor fast 740 Zuschauern eingeübt hatten. Dabei machte Stephanie Rosen-Strauch deutlich, dass schon im Mittelalter in Japan mit Hilfe der Trommeln Geschichten erzählt oder Botschaften transportiert wurden, weil das einfache Volk aus der Unterschicht nicht lesen und schreiben konnte. Besondere Ereignisse seien in Trommelstücken verarbeitet und weitergegeben worden.

Mit seiner Body Percussion überzeugte Harald Ingenhag. Er kam ganz ohne Instrumente aus, klopfte sich bei seiner ungewöhnlichen Darbietung auf verschiedene Körperstellen und verriet augenzwinkernd, was er oft gefragt wird, wenn er von seiner Body-Percussion-Leidenschaft erzählt: "Wie, Sie schlagen sich selbst?"

Bereits in wenigen Monaten lasse sich Taiko ganz einfach erlernen, erläuterte Stephanie Rosen-Strauch. Der älteste Mitspieler bei "Wadaiko" ist 70, Töchterchen Johanna ist mit zehn Jahren die Jüngste. "Wer bis acht zählen kann, kann es erlernen." Für das Premieren-Konzert in Hückelhoven hatten sich die Trommel-Schüler beinahe selbst übertroffen. Viele Monate lang hatten sie Kostüme genäht, gebastelt und die Stücke einstudiert, die von der "Eule auf der Insel", galoppierenden Pferden oder wogenden Wellen berichteten.

In der Pause wurden die Eintrittskarten zu Tombola-Losen: Zehn Workshop-Plätze, wahlweise für Heinsberg oder Aachen, wurden dabei verschenkt. Beim "Cup-Song" wurden Tassen in Windeseile verschoben, als Gesangssolistin tat sich dabei Irene Reulen hervor.

Quelle: RP
 
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