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Hückelhoven
Vielschichtige Interpretation der Chöre begeistert

Hückelhoven. Chor der Ev. Kirchengemeinde und Chorgemeinschaft Orsbeck-Luchtenberg singen moderne "Gloria-Messe". Von Kaan Cevahir

Der Chor der evangelischen Kirche Hückelhoven, "Die Haag-Singers", und die Chorgemeinschaft Orsbeck-Luchtenberg führten in einem beeindruckenden Konzert die "Gloria-Messe" des norwegischen Komponisten und Chorleiters Tore W. Aas auf.

Unter der Leitung von Severine Joordens wurden die Schlüsselszenen aus dem Leben von Jesus Christus von einem erleuchtenden Gleichklang umwoben, wie auch Himmel und Erde in den Stimmen der Choristen eine enge Verbindung eingingen.

Tore W. Aas dürfte nicht nur als Komponist bekannt sein - als Gründer und Leiter des renommierten Oslo Gospel Choir widmet er sich der zeitgenössischen Gospelmusik, durch die in Kirchen und Konzertsälen der christliche Glaube verkündet werden soll. Insofern dürfte auch seine Gloria-Messe manche Zuhörer in jene Zeit entführt haben, die von der Lebensgeschichte Jesus geprägt ist.

Joordens und die beiden Chöre gingen eher dem Sujet der Messe nach, als dass sie sich mühselig um eine von ausschweifenden Gedankenexperimenten gezeichnete Neudeutung bemühten. Ihre Interpretation ließ weder den Eindruck der Einfallslosigkeit entstehen, noch versetzte sie in einen apathischen Zustand: In der Konzentration der Artikulation fanden die Stimmen zueinander, griffen als geballte Stimmkraft den liturgischen Kern des Werkes auf. Gespalten wurde dieser wiederum durch die Begegnung von eindringlichen Kirchentonarten und populären Kadenzen, wie auch die sphärischen Klänge auf dem Synthesizer die Messe modernisiert haben dürften.

Feinfühlig zeichneten die Choristen mit ihren Stimmen die Konturen eines wohltuenden Gleichklanges, der mal im Raum schwebte, mal die Ruhe zu erschüttern wusste. Dabei kristallisierten sich einzelne Stimmen heraus, die, stets ihre Natürlichkeit wahrend, zum Fortschreiten der Handlung beitrugen.

So dürfte Joordens ihren interpretatorischen Ansatz ebenso in der Natur der Stimmen entdeckt haben: Verzicht auf Anpassung, Nutzen der stimmlichen Gegebenheiten. Insofern waren es ausgewählte Stimmen, die den Vokalisen ihre Zärtlichkeit verliehen, den Textpassagen Ausdruck gaben, und das Potenzial des Werkes voll auszuschöpfen wussten.

"Die Gloria-Messe soll inspirieren", erhofften sich die Veranstalter. Der große Beifall zum Abschluss bestätigte, dass das Konzert dieses Ziel aufs Beste erfüllt hat. Gleichermaßen dürfte die Verkündung des christlichen Glaubens durch die Musik, so wie es dem Komponisten am Herzen liegt, noch großen Nachklang gefunden haben.

Quelle: RP
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