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Hückeswagen
Kultur-Haus gleich vor der Haustür

Hückeswagen: Kultur-Haus gleich vor der Haustür
Erst fünf Jahre existiert das Kultur-Haus Zach, doch kann es schon auf eine Reihe von Stammbesuchern verweisen. Zu ihnen gehört Gisela Krumreihn. Die 85-jährige Hückeswagenerin ist dort regelmäßig zu Gast. FOTO: Jürgen Moll
Hückeswagen. Fünf Jahre ist es her, dass das Kultur-Haus Zach in dem markanten Gebäude im oberen Island eröffnet wurde. Die Zuschauerzahlen, darunter auch Stammbesucher, gehen nach oben. Am Samstag wird das Fünfjährige gefeiert. Von Stephan Büllesbach

Gisela Krumreihn hat einen Standortvorteil: Die 85-jährige Hückeswagenerin wohnt an der Goethestraße und hat es nicht weit bis zum Kultur-Haus Zach. Deshalb ist sie wohl die Besucherin, die die Verantwortlichen des Trägervereins am häufigsten bei den bis zu 90 Veranstaltungen im Jahr begrüßen können. "Bevor ich alleine zu Hause sitze, gehe ich doch lieber ins Kultur-Haus. Da habe ich Unterhaltung", hat sie einmal dem stellvertretenden Vorsitzenden Stefan Noppenberger mitgeteilt.

Das bestätigt sie im Gespräch mit unserer Redaktion: "Ich bin froh, dass das Kultur-Haus Zach damals eingerichtet wurde." Natürlich geht die 85-Jährige nicht zu jeder Veranstaltung. "Es kommt darauf an, was angeboten wird", sagt Gisela Krumreihn. Vor allem haben es ihr Chorkonzerte, wie das von "Gregorianika" am vorigen Freitag, angetan. Aber auch zu den Filmnachmittagen geht sie gerne. "Ich brauche ja nur fünf Minuten von zu Hause", sagt die Hückeswagenerin lächelnd.

Noppenberger freut sich natürlich über Stammbesucher wie Gisela Krumreihn. "Wir haben einige Stammgäste. Vor allem deshalb, weil wir mit unserem Programm so breit aufgestellt sind", sagt er. Das werde immer besser angenommen. Die Zeiten, in denen nur eine Hand voll Besucher kamen oder Veranstaltung mangels Masse gar abgesagt wurden, gehören offenbar der Vergangenheit an. Durchschnittlich kommen laut Noppenberger inzwischen 30 bis 50 Besucher zu den Konzerten, Kabarettabenden oder Filmvorführungen.

Interessant ist, dass es immer mehr Besucher aus den umliegenden Städten ins Island zieht. Dabei gibt es in Remscheid, Wipperfürth und Wermelskirchen größere Veranstaltungshallen. "Bei uns passen maximal 100 Leute rein. Aber die Besucher sind vor allem von dem Charme des Hauses angetan", betont Noppenberger.

Dazu kommt, dass das Programm nicht auf einen speziellen Bereich fokussiert wird, sondern vielfältig ist. Von klassischer Musik über Blues und Jazz bis hin zu Folk, von Comedy bis Kabarett, Lesungen und Vorträge, Kino für Erwachsene (einmal im Monat oder als Seniorenkino sonntagsnachmittags) und Kinder (an jedem Feriendonnerstag), und ein- bis zweimal im Jahr sind auch Theateraufführungen zu sehen. Dazu wird das Kultur-Haus für die unterschiedlichsten Veranstaltungen vermietet - etwa für das Unternehmerforum wie in der vorigen Woche, für Veranstaltungen von Parteien, Banken und für Ausstellungen. Zudem hat der Stadtkulturverband hier ein optimale Fläche für seine zwei Kulturmessen im Jahr gefunden. Aber auch für private Feiern, wie Geburtstage oder Hochzeiten, wird das Kultur-Haus gebucht.

Noppenberger ist durchaus zufrieden mit der Entwicklung. Aber er weiß auch: "Es gibt noch Luft nach oben." Es brauche halt seine Zeit, sich zu etablieren. Von den Verantwortlichen von Veranstaltungshallen aus der Region habe er gehört, dass es mindestens fünf Jahre dauere, bis man sich einen Namen gemacht hat. "Aus dieser Phase sind wir aber noch nicht heraus", glaubt der stellvertretende Vorsitzende des Trägervereins. Denn auch wenn es den einen oder anderen Besucher sogar aus Gevelsberg oder Ennepetal gebe, sei das Kultur-Haus in der Region dann doch noch nicht so gut bekannt. Daran will der Trägerverein arbeiten.

Er kommt komplett für die Finanzierung auf. "Wir bekommen keine Zuschüsse", versichert Noppenberger. Aber der Verein komme gut über die Runden. Was auch an einigen Sponsoren, wie der BEW und der Sparkassen-Bürgerstiftung, liege, die das Kultur-Haus regelmäßig unterstützen. Noppenberger: "Den einen oder anderen Flop können wir uns leisten - aber nicht zu viele."

Das fünfjährige Bestehen wird am kommenden Samstag, 11 Uhr, in einer kleinen Feierstunde mit geladenen Gästen gefeiert.

Quelle: RP
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