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Hückeswagen
Rader Kolpingsfamilie begrüßt feierlich den Mai

Hückeswagen: Rader Kolpingsfamilie begrüßt feierlich den Mai
Mitglieder der Kolpingsfamilie St. Josef begrüßten nach der Kennenlernmesse der 40 Firmlingen aus Rade und Hückeswagen den Mai. FOTO: jürgen moll
Hückeswagen. 40 Firmlinge aus Hückeswagen und Radevormwald nahmen an einer Kennenlernmesse des katholischen Seelsorgeverbandes in Rade teil. Im Anschluss wurde ein bunt geschmückter Maibaum aufgerichtet. Von Sigrid Hedderich

Ganz vorsichtig und zentimetergenau hebt der Trecker mit seiner Hebevorrichtung die Birke etwas an. Fritz Dijaschtuk konzentriert sich auf die technische Bedienung. Möglichst alle Zweige sollen zugänglich sein. Noch ein Stückchen fehlt. Der Treckermotor brummt auf, der Baum entfernt sich weiter vom Boden. Jetzt erst können die Kinder unter den schwebenden Baum krabbeln, um an die letzten freien Zweige zu gelangen. Auch diese sollen bunte Stoffbänder erhalten.

"Das macht viel Spaß", sagen die Geschwister Lina (13 Jahre) und Ole (11). Schon in den vergangenen Jahren haben sie beim Maibaumschmücken geholfen. Deshalb haben sie schon Erfahrung, als sie Samstagabend auf der Wiese hinter dem katholischen Pfarrheim St. Josef Vogelsmühle nicht unbedacht in die große Tüte mit den Schleifenbändern greifen, sondern die Bänder nach Farbgebung sortieren und die Längen stutzen. Ihre Oma Margarete Hesse hat die Bänder mitgebracht. "Die sammel ich das ganze Jahr über für diesen Zweck heute", sagt sie. Die Bänder werden von ihr fein entknotet und sauber gebügelt. "Die müssen für einen Maibaum auch schmuck aussehen", sagt sie. Für Jana (6), Joleen und Mika (beide 4) ist die Aktion bei kühlen Temperaturen eine Premiere. Mit Feuereifer sind die Kinder dabei, dem Baum ein buntes Kleid zu verpassen. Die Muttis reichen die Bänder an, die kleinen Akteure knoten sie gekonnt an die jungen Zweige der stattlichen Birke. Diakon Herbert Moeselaken ist gelassen beim kleinen Jubiläum. Am Samstag organisierte er mit Ehefrau Hildegard und weiteren Mitgliedern der Kolpingsfamilie Vogelsmühle den Brauch zum 10. Mal an der Wupper. "Es ist ein so schöner alter Brauch. Den pflegen wir hier und freuen uns über jeden, der mitmacht", sagte er. Gerne hätte Moeselaken gesehen, dass auch die 40 Firmlinge (u.a. aus Hückeswagen und Wiehagen) zum Maibaumaufstellen gekommen wären. Die wenigen, die nach der Kennenlernmesse des Seelsorgeverbandes Rade-Hückeswagen vor der Kirche warteten, blieben Zuschauer aus der Ferne. "Wir haben schon vom Maibaumaufstellen gehört, doch dabei waren wir noch nie", erzählen Jana Nickisch, Mara Bornewasser, Celina Keil und Vanessa Wader.

Von der alten Tradition hat auch Peggy Cremer bislang nur gehört. Am Samstag bindet sie Bänder an die Zweige. "Ich mache hier gerne mit. Zuhause habe ich keinen Maibaum von meinem Mann bekommen, da muss ich nun selber anpacken", scherzt sie.

Ohne Probleme stellt der Trecker den prächtigen Maibaum auf, Helfer rammen stützende Stammkeile in den Boden. Harald Assmann steigt in einen Treckerkorb und schmückt den Maibaum mit einem buntgebundenen Maikranz sowie einer Holztafel. "Die Wupperorte läuten den Frühling ein" ist darauf zu lesen. Alle Beteiligten zeigen sich zufrieden und lassen sich an langen Tischreihen unter dem Pavillon nieder. "Jetzt darf gefeiert werden. Es gibt Grillwürstchen und Getränke", sagt Moeselaken. Zur Gemütlichkeit facht Johannes Königsmann ein Lagerfeuer an. Der Mai darf kommen.

Quelle: RP
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