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Hückeswagen
Radweg-Bau in voller Fahrt

Hückeswagen. Wenn alles problemlos klappt, könnte der Radweg schon Ende Mai offiziell eröffnet werden – schneller als geplant. Das ehemalige Gleisbett ist bereits verdichtet, jetzt wird an den Rampen gebaut. Zum Beispiel in Kleineichen. Von Stephan Büllesbach

Thomas Nosbach lächelt, als er den Rentner mit dem Fahrradhelm sieht. "Da nutzt schon wieder einer den Radweg, obwohl der noch gar nicht fertig ist", sagt der Bauleiter. Ein bisschen Stolz schwingt in seiner Stimme mit. Denn der Radfahrer, der hier in Kleineichen von der ehemaligen Bahntrasse auf die Bevertalstraße abbiegt, ist nicht der Einzige, der den halbwegs befestigten zukünftigen Rad- und Gehweg schon nutzt. Seit Anfang voriger Woche sind Mitarbeiter der Reichshofer Firma EER Raithel Straßen- und Tiefbau dabei, die Trasse zwischen den früheren Bahnhöfen von Wipperfürth und Hückeswagen für seine baldige Nutzung herzurichten. Teil 1 ist bereits erledigt: das Verdichten des Schotters. So ist ein stabiler Untergrund entstanden, auf dem es sich bereits passabel Rad fahren und wandern lässt.

Es war ein Spektakel dieser Tage, als das Gleisbett mit dem so genannten Insitu-Verfahren bearbeitet wurde. Ein sieben Meter langes und 80 Tonnen schweres Spezialfahrzeug war dazu auf die ehemalige Bahntrasse gefahren worden. "Die Maschine hat in der Mitte einen Fräskopf, der den Schotter aufnimmt", berichtet Nosbach, der auch Prokurist der Baufirma ist. Im "Insitu-Verfahren" wurden bei langsamer Fahrt Bitumen, Wasser und Zement hinzugefügt und vermischt. Die "Zutaten" kamen von drei Lkw, die vor dem 80-Tonnen-Gefährt herfuhren. Die wiederum waren mit Schläuchen mit der Maschine verbunden.

Die schwarze Masse, die wie grobkörniger Asphalt aussieht, kam dann aus dem Heck des Spezialgefährts heraus. Dort war zudem eine Bohle angebracht ist, die das Bitumen-Zement-Wasser-Schotter-Gemisch glatt zog; eine Walze besorgte den Rest und verdichtete das Ganze. "Das muss zwei, drei Tage aushärten, dann wird eine Bitumenemulsion darüber gespritzt", erläutert Nosbach. Diese dient gewissermaßen als "Klebstoff" für die 3,5 Zentimeter dicke Feinasphalt-Schicht, die im letzten Verfahrensabschnitt aufgebracht wird. Das, so schätzt der Bauleiter, wird voraussichtlich Ende Mai sein.

Fürs Erste sind die Arbeiten am eigentlichen Radweg beendet, denn jetzt müssen die Übergänge von der ehemaligen Bahntrasse auf die Straßen hergestellt werden. "Damit fangen wir in der nächsten Woche an", teilt Thomas Nosbach mit. So werden etwa am Neye-Flughafen, am ehemaligen Bahnhof Hämmern und in Kleineichen die Bordsteine abgesenkt. Schließlich sollen die Radfahrer später ungehindert die Straßen überqueren können.

Nach fünf Wochen Bauzeit, wenn eine "Klebe-" und die Deckschicht aufgebracht und die Markierungen links und rechts auf Asphalt aufgemalt sind, könnte der Radweg ab dem letzten Mai-Wochenende (29./30.) offiziell genutzt werden. "Wir hoffen, dass wir ihn zum Hückeswagener Treff einweihen können", sagt Bauamtsleiter Andreas Schröder.

Quelle: RP
 
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