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Claudia Bauer
Spielplatz Dierl braucht viel mehr Klicks

Claudia Bauer: Spielplatz Dierl braucht viel mehr Klicks
Claudia Bauer geht mit ihren Söhnen Luis (l.) und Leander häufig auf den Spielplatz auf dem Dierl. Die 28-Jährige wünscht sich, dass die Hückeswagener die letzten zwei Wochen der Fanta-Spielplatz-Initiative nutzen, um verstärkt für den Spielplatz zu klicken - damit die Stadt einen Zuschuss von dem Limonadenhersteller für die Verschönerung des Geländes erhält. FOTO: Hertgen
Hückeswagen. Claudia Bauer (28), Mutter eines 21 Monate und eines knapp drei Wochen alten Sohnes, ist die Initiatorin der Hückeswagener Bewerbung bei der Fanta-Spielplatz-Initiative. Über das bisherige Klick-Verhalten der Hückeswagener ist sie enttäuscht.

Wie oft haben Sie schon für den Spielplatz Dierl geklickt?

Bauer Jeden Tag einmal seit dem 1. Juli. So, wie es erlaubt ist. Aber das System ist nicht gerade optimal.

Inwiefern?

Bauer Man darf ja nur einmal innerhalb von 24 Stunden für seinen favorisierten Spielplatz klicken. Besser wäre es, wenn man das einmal am Tag machen könnte. So aber verschiebt sich der Termin, an dem man klickt, immer mehr nach hinten.

Wie sind Sie eigentlich auf die Fanta-Spielplatz-Initiative aufmerksam geworden?

Bauer Eine Bekannte aus Hagen hat mich angesprochen, das wäre doch auch etwas für uns. Das ist eine schöne Idee, da kriegt man Geld geschenkt. Zumal die Stadt keines hat.

Und warum machen Sie sich gerade für den Spielplatz auf dem Dierl stark?

Bauer Letztlich ist es egal, welcher Spielplatz in Hückeswagen Geld von Fanta bekommt. Wir gehen hier häufig hin. Die Spielgeräte sind aber teilweise in keinem guten Zustand. Sie sind aus weichem und billigem Holz. Wenigstens hat die Stadt inzwischen die beiden Schaukeln durch neue mit stabilen Metallrahmen ersetzt. Es ist halt wichtig, mit Kindern raus und an die frische Luft zu gehen. Und der Spielplatz auf dem Dierl ist gut besucht.

Der Hückeswagener Spielplatz liegt immer noch auf einem Platz, der der Stadt 1000 Euro bringen würde. Zu den Plätzen vier bis 15, für die es 5000 Euro gäbe, oder gar zu Platz eins, der 20 000 Euro erhält, sind die Abstände aber wohl kaum noch aufzuholen. Nach gutem Start rutscht Hückeswagen nun immer weiter ab. Momentan "dümpeln" wir um Platz 80 herum. Haben Sie Angst, dass andere noch aufholen könnten und Hückeswagen dann aus den Geldrängen hinausfliegt?

Bauer Definitiv. Wir haben zum 101. nur etwa 140 Klicks Vorsprung (Geld gibt es nur bis Platz 100; Anm. d. Red.). Das ist nicht viel.

Aber der Abstand ist doch in etwa konstant geblieben.

Bauer Trotzdem ist er schnell einzuholen, wenn die anderen, die hinter uns liegen, jetzt in der zweiten Hälfte der Abstimmung vermehrt klicken werden.

Sie rufen auch auf Facebook die Hückeswagener auf, für den Spielplatz Dierl zu klicken. Wie es scheint, sind Sie aber enttäuscht über das Verhalten der Hückeswagener.

Bauer Sehr.

Warum?

Bauer Als es um die Steuererhöhungen oder um die Einführung von Parkgebühren ging, waren alle sofort dabei und haben geäußert, wie schlimm es in Hückeswagen doch ist. Wenn man aber mal für etwas Positives für die Stadt sorgen kann, dann engagieren sich nur wenige. Hochgerechnet stimmen vielleicht 50 Hückeswagener jeden Tag für den Spielplatz Dierl ab. Ich bin auch in der Facebook-Gruppe "Du weißt, Du bist Hückeswagener"; die hat 3805 Mitglieder. Wenn die alle jeden Tag einmal klicken würden, wären wir weit vorne. Man kann aber nicht nur über Facebook abstimmen. Hückeswagen hat mehr als 15 000 Einwohner und erst etwas mehr als 800 Klicks. Zum Vergleich: Der Zweitplatzierte Schweigern aus der Pfalz hat nur 982 Einwohner - aber schon mehr als 13 000 Klicks! Ich bin schon sehr enttäuscht über die Hückeswagener. Wenn man den Satz hört, "was habe ich mit dem Dierl zu tun?", ist das schon sehr traurig.

Ist es letztlich nicht egal, ob Hückeswagen Platz 16, 70 oder 100 belegt? Für alle drei Plätze gäbe es 1000 Euro.

Bauer Es wäre doch schön, wenn Hückeswagen 5000 Euro gewinnen würde. Je mehr Geld die Stadt bekommt, desto schöner würde der Spielplatz.

Sie scheinen ja sehr optimistisch zu sein, dass Hückeswagen die fast 4000 Klicks bis auf Platz 15 aufholen kann.

Bauer Das bin ich (lacht). Man kann in 15 Tagen durchaus 6000 Klicks schaffen. Wenn alle Hückeswagener mitmachen, klappt das.

Sollte es Hückeswagen tatsächlich unter die besten 100 schaffen und eine Finanzspritze von dem Limonadenhersteller bekommen, was wünschen Sie sich für den Spielplatz?

Bauer Es wäre zum Beispiel schön, wenn eine Matte aus Gummi mit Querstreben zum Hüpfen oder - wie auf dem Spielplatz Ohler Wiesen in Wipperfürth - Gerüste zum Klettern und eine kleine Rutsche installiert werden würden. Wirklich zufrieden bin ich mit dem Zustand des Spielplatzes ohnehin nicht.

Zum Beispiel?

Bauer Wenn man sich nur den Balancier-Balken anguckt - der sieht nun wirklich nicht mehr schön aus und biegt sich auch noch durch.

Sie sind auch im Beirat des neu gegründeten 1-Euro-Vereins. Da könnten Sie doch die Verschönerung des Spielplatzes als ein förderungswürdiges Projekt vorschlagen.

Bauer Das habe ich schon (lacht). Aber unser Ziel ist es, alle Spielplätze in der Stadt zu verschönern.

Wann fällt die Entscheidung, welche Projekte der 1-Euro-Verein verwirklicht?

Bauer Wenn wir mehr Mitglieder haben; bislang sind es erst knapp 100. Viele wollen offenbar erst noch abwarten. In diesem Jahr wird trotzdem auf jeden Fall etwas passieren. Wir wollen kleinere Projekte umsetzen.

Möchten Sie die Hückeswagener noch aufrufen, für den Spielplatz Dierl abzustimmen?

Bauer Auf jeden Fall. Einmal am Tag zu klicken ist kein großer Aufwand. Und es wäre schon sehr traurig, wenn wir's nicht schaffen würden.

STEPHAN BÜLLESBACH FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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