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Vereinsticker
"Liederkranz"-Sänger auf kühler Pfingsteier-Tour

Hückeswagen. HÜCKESWAGEN Der MGV "Liederkranz" Grünestraße ist in Jubiläumsstimmung: Seit 125 Jahren wird im ländlichen Bereich Hückeswagens mehrstimmiger Männergesang gepflegt. Dirigent Helmut Schmidt und seine Sänger sind derzeit dabei, neue Chorwerke für ihr Jubiläumskonzert im Herbst einzustudieren. Am Wochenende wurde aber erst einmal die Tradition gepflegt: Die "Hickstümper" machten sich, wie jedes Jahr seit 1960, wieder auf "Pfingsteier-Tour". Damit greifen sie einen uralten rheinisch-bergischen Brauch auf, der ursprünglich auf das Kurrende-Singen zur Stütze des Lebensunterhalts zurückgeht. An der süd-östlichen Peripherie in Richtung Oberberg wurde früher an den Pfingstsamstagen auch den heiratsfähigen jungen Mädchen ein Ständchen gesungen, und wohlgesonnene Bauerntöchter lohnten das dann mit Eiern. Die "Liederkranz"-Sänger dankten mit dem altbekannten "Pfingsteierlied" vor allem ihren kleinen und größeren Mäzenen für deren Unterstützung. Gegen 19 Uhr ging es am Samstagabend für 16 Tenöre und Bässe im Planwagen vom Vereinslokal Hager, Grünestraße, auf die Tour. Wobei einige der altgedienten Sänger bemerkten: "So kalt, wie dieses Jahr, war es noch nie." Dagegen wurde bereits am ersten Ziel, in Oberburghof, "etwas" getan. Dann hieß es, wie auf allen Anlaufstellen: "Vie kummen herjejangen, de Eier te empfangen, feine Rosenblümelein, wacker ess datt Mädchen." Dann folgten die Strophen vom "holden Schatz" , der unbedingt "raff" kommen soll, vom "schwatten Hauhn" und von den "Häuhnern utt Ammereka". Nach den reichlichen Eiergaben und dem einen oder anderen ausgeschütteten Schnäpschen folgte - auch das ist Tradition - als Dank ein Liedchen aus dem "Liederkranz"-Repertoire. Weiter ging's über Niederburghof nach Arnsberg und dabei über die "Lange Hei" zum "Fleischwurst-Stop". Wenn Elberzhagen "besungen" ist, warten schon die Nachbarn von Altenholte auf die Sänger. Eier, Biere und Grillwürstchen rundeten die Planwagentour am Pfingstsamstag ab. In der Gaststätte Hager, am "Hickstump", wurden schließlich, wie es Tradition ist, die Pfingsteier gezählt. Der Vorsitzende Hans-Peter Hildebrandt sprach von fast 300 Stück, die von den Wirtinnen gekocht oder "in die Pfanne gehauen" wurden. "Aber beileibe nicht alle", betonte der Vorsitzende. Wohl mit Rücksicht auf den Cholesterinspiegel sollte es im Anschluss an die nächste Dienstagsprobe nochmal einen Eier-Schmaus geben. "Der Rest wird verteilt", heißt es bei den "Hickstümpern", die noch lange am Pfingstbrauch festhalten wollen.

FRANZ MOSTERT

Quelle: RP
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