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Polizeipressesprecherin Monika Treutler
Täter wollen Geld und Schmuck stehlen

Hückeswagen. Winterzeit ist immer auch beste Einbruchszeit: Die BM klärt mit der Polizei wichtige Fragen zum wirksamen Einbruchschutz. Im vergangenen Jahr gab es kreisweit 687 Wohnungseinbrüche, 20 davon in Hückeswagen, 55 waren es in Radevormwald.

Wer ist besonders gefährdet?

Monika Treutler Das kann man nicht genau sagen. Einbrecher gehen nach der Gunst der Gelegenheit. Das heißt: Einbrecher suchen sich die Opfer nicht gezielt aus. Erhöhtes Risiko für einen Einbruch besteht aber immer dort, wo die Diebe unbemerkt bleiben; etwa bei freistehenden Häusern ohne Nachbarn.

Brechen die Diebe nur in Häuser ein?

treutler Überwiegend wird in freistehende Einfamilienhäuser eingebrochen. Aber auch Wohnungen in Mehrfamilienhäusern sind immer wieder betroffen. Die Täter klettern auf Balkone und finden oft nur schlecht gesicherte Balkontüren vor. Die Vermutung, Diebe brechen nur dort ein, wo es etwas zu holen gibt, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Denn Einbrecher gehen nach dem Motto "Kleinvieh macht auch Mist" vor. Heißt: Lieber suchen sie sich viele einfache Objekte aus, als eine Villa, die gut gesichert ist.

Was sind die größten Schwachstellen an Gebäuden?

treutler Fenster und Terrassentüren. In der Mehrheit aller Fälle gelangen Einbrecher dadurch ins Haus. Wenige nur durch die Haupteingangstür. Bei Einbrüchen in Mehrfamilienhäuser nutzen die Täter oftmals den Balkon, der Rest kommt durch die Wohnungstür.

Wie kann ich mich konkret vor einem Einbruch schützen?

treutler Die Polizei empfiehlt insbesondere Menschen, die ein Haus bauen, zertifizierte Fenster einbauen zu lassen. Denn: Herkömmliche Fenster sind meistens ungeschützt und für geübte Finger recht mühelos zu knacken - etwa mit einem Schraubenzieher. Wir empfehlen Fenster mit einer Pilzkopfzapfen-Verriegelung. Wohnungstüren lassen sich mit einem Querriegel- oder einem Kastenschloss zum Anschrauben effizient schützen.

Worauf haben es die Einbrecher abgesehen?

treutler Meistens zielen die Täter auf Geld und Schmuck. Weil das einfach zu transportieren ist. Seltener wird Elektronik gestohlen. Die hat einen Nachteil: Sie muss erst in Bares umgesetzt werden, und das ist schwierig.

Bringt es etwas, sich einen Safe anzuschaffen?

treutler Ja, aber nicht jedes Modell ist gleich gut. Ein Safe sollte möglichst groß und schwer sein, damit er nicht weggetragen werden kann. Wir empfehlen Modelle jenseits der 300-Kilo-Grenze. Wenn ein Safe zu klein ist, nehmen die Einbrecher ihn einfach mit. Idealerweise wird der Safe fest mit der Wand oder dem Boden verankert.

Wer sind die Einbrecher, und wie gehen sie vor?

Treutler Einbrecher arbeiten meistens in Zweier- oder Dreierteams. Einer steht vor der Türe Schmiere, zwei gehen ins Haus. So gelingt es den Tätern, die Häuser schnell zu durchsuchen. Je schneller ein Bruch vonstatten geht, desto geringer ist das Risiko, erwischt zu werden. Gerade im Bereich der Aggerschiene haben wir es viel mit reisenden Tätern zu tun, die über die A4 von Köln aus anreisen. Wir stellen fest, dass die Täter sich ein Wohngebiet vornehmen, mehrere Einbrüche begehen und dann wieder aus der Stadt verschwinden. Das macht die Aufklärung so schwierig. Örtliche Einbrecher gehen weniger professionell vor. Hier weist der Oberbergische Kreis eine überdurchschnittliche hohe Aufklärungsquote auf.

Was sind die Maschen der Einbrecher?

Treutler Testanrufe sind eher selten geworden. Sogenannte "Gaunerzinken" kommen im Oberbergischen kaum oder gar nicht vor. Häufig nutzen die Täter hingegen den Klingeltrick: Die Täter klingeln an der Tür, um zu sehen, ob jemand da ist. Sollte jemand öffnen, haben sie eine Ausrede parat, warum sie geklingelt haben. Zum Beispiel tun sie so, als würden sie Spenden sammeln. Sollte so etwas passieren, immer die Polizei alarmieren.

Wo bekommen die Bürger Tipps?

Treutler Die Polizei bietet Beratungen zum Thema Einbruchsschutz an. Termine können unter der Rufnummer 02261 8199 885 vereinbart werden.

Quelle: RP
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